Herr Winterscheidt, Sie haben in Ihrem TV-Format „Duell um die Welt“ schon viele Herausforderungen bestehen müssen. Jetzt stürzen Sie sich gemeinsam mit Stern-Chefredakteur Christian Krug in das ultimative Abenteuer unserer Zeit: Am 22. März bringen Sie Ihr Printmagazin "Joko Winterscheidts Druckerzeugnis", kurz „JWD.“, heraus. Weshalb tun Sie das?

Joko Winterscheidt: Ich empfinde das gar nicht so als Abenteuer. In einer Zeit, in der alles immer digitaler wird, gibt einem Print die Ruhe wieder. Es ist total entschleunigend, sich hinzusetzen und ein Magazin in der Hand zu halten.

Und – machen Sie das auch so?

Winterscheidt: Ich bin ein totaler Magazin-Junkie. Ich konsumiere alle Arten von Magazinen - angefangen bei Gala, bis hin zu Brandeins, Monocle oder Condé Nast Traveller. Vielleicht ist das auch noch meiner Generation geschuldet, aber dieses Haptische, etwas durchzublättern, der Geruch, verschiedene Papiere – das fasziniert mich einfach. Und vielleicht kann man ja sogar mit der eigenen Perspektive noch mehr Menschen an dieses Medium heranführen.

Nur – würde Ihre Zielgruppe überhaupt zu einem Printmagazin greifen?

Winterscheidt: Das hoffe ich (lacht). Aber natürlich ist es im Vorfeld wahnsinnig schwer, solche Dinge vorherzusehen.

Herr Krug, wie sah denn die Resonanz der Anzeigenkunden im Vorfeld aus?

Christian Krug: Wir mussten den Umfang mehrmals erweitern, weil es erfreulicherweise einen sehr großen Zuspruch von der werbungtreibenden Industrie gibt. Am stärksten von Automobil und Mode, aber eigentlich sind alle Branchen mit dabei. Mittlerweile sind wir bei einem Umfang von 164 Seiten angekommen. Plus einen Day-and Nightlife-Guide für Thessaloniki, das sind nochmal 36 Seiten. Unterm Strich haben wir über 200 Seiten produziert.

"Stern"-Chef Christian Krug

"Stern"-Chef Christian Krug

Und für welche Zielgruppe?

Krug: Generell richtet es sich eigentlich an jeden. Wir glauben an eine eher jüngere, männliche Leserschaft zwischen 25 und 49 Jahren. Aber eigentlich ist es gar kein Nischenprodukt. Man muss sich nur die Follower-Struktur von Joko in Social Media anschauen: Das trennt sich alles längst nicht mehr nach Männern und Frauen.

Winterscheidt: Ich habe auch noch nie unterschieden nach „das lesen Männer, das lesen Frauen“. Oder „das ist eine Show für Männer, das ist eine Show für Frauen“. Wir haben das beim Fernsehen einfach gemacht. Und das ist hier auch so – wir machen, woran wir Spaß haben.

Wie sieht das dann thematisch aus?

Krug: Mindestens die Hälfte von JWD besteht aus Reportagen, wenn nicht sogar mehr. Im Introteil, "Das Beste von Welt", stellen wir Dinge vor, die der Redaktion gefallen. Es gibt Kolumnen, viele Bits and Pieces, das sind Kurztrips durch die Welt. Darauf folgt der Teil "Per Anhalter durch die Galaxis". Das ist tatsächlich die Art und Weise, wie sich unsere Reporter fortbewegen sollen – sich per Anhalter in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang wagen.

Winterscheidt: Am Ende kann immer alles an Personen festgemacht werden. Das ist das Schöne an all den Geschichten: In jeder ist eine emotionale Ebene. Das macht es so einzigartig. Das ist inspirierend.

Im Puppenpuff: Joko Winterscheidt zeigt vollen Einsatz.

Im Puppenpuff: Joko Winterscheidt zeigt vollen Einsatz.

Und wie viel Joko steckt nun tatsächlich in Joko Winterscheidts Druckerzeugnis?

Winterscheidt: Das klingt jetzt etwas blöd – aber ich würde mir fast wünschen, dass es weniger wäre. Ich habe an zwei Artikeln aktiv mitgearbeitet, und es gibt bestimmt zehn, an denen ich beteiligt war, aber am Ende ist doch alles eine Teamleistung. Jede Idee zählt. Fassen wir einfach mal kurz zusammen: Es wird Mega.

Mehr zum dem Projekt lesen Sie in der W&V Ausgabe 12. Hier können Sie das Einzelheft bestellen. 


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde