Das wird von der Medienlandschaft sogar noch unterboten. Hier sind es durchschnittlich nur zwei Prozent, die völlig hinter den Medien in ihrem Land stehen. Dagegen haben 39 Prozent gar kein Vertrauen, 41 Prozent sind skeptisch. "Vor dem Hintergrund, dass die Glaubwürdigkeit der Medien essenziell für einen demokratischen Staat ist, sind diese niedrigen Vertrauenswerte alarmierend", schreiben die Sozialforscher vom Sinus-Institut, die die Studie ausgewertet haben.

"Trotz ihrer Fehler wird die Europäische Union von dem Großteil der jungen Europäer als nützlich für das eigene Land wahrgenommen"

Zitat: Studie "Generation What?"

Auch die EU schneidet bei der Onlineumfrage eher schlecht ab: 59 Prozent haben kein oder nur geringes Vertrauen in Europa. Gleichzeitig wollen aber 71 Prozent der jungen Leute, dass ihr Land EU-Mitglied bleibt. "Trotz ihrer Fehler wird die Europäische Union von dem Großteil der jungen Europäer als nützlich für das eigene Land wahrgenommen", heißt es in der Studie.

Jugend ist Politik nicht gleichgültig

Dass Misstrauen und Politikverdrossenheit nicht gleich Gleichgültigkeit bedeutet, zeigen die Resultate auch. Knapp jeder Dritte (31 Prozent) könnte es sich vorstellen, in einer politischen Organisation aktiv zu werden. Mit 44 Prozent ist die Bereitschaft in Deutschland mit Abstand am Höchsten. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Jungeuropäer würden sich in einer Nichtregierungsorganisation (NGO) engagieren. Bei den 18- bis 19-Jährigen sind es sogar 61 Prozent.

Die Untersuchung "Generation What?" wurde in Deutschland vom Bayerischen Rundfunk, dem SWR und dem ZDF begleitet. International koordiniert wurde die Befragung von der Europäischen Rundfunkunion (EBU). Darin ging es neben Politik unter anderem auch um Familie, Arbeit und Lebensglück. Noch bis Mitte April können junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren unter www.generation-what.de an der Umfrage teilnehmen. (fs/dpa)

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