Auch der Daily Express legte im Juni gegenüber dem Mai um zwei Prozent auf 247.000 Exemplare zu, verlor aber im Jahresvergleich 20 Prozent. Noch schlimmer traf es die Kompaktzeitung i. Im Juni stieg die verkaufte Auflage gegenüber dem Vormonat um zwei Prozent auf 140.000 Exemplare, im Vergleich zum Juni 2019 ist das allerdings ein Minus von 38 Prozent.

Gratistitel deutlich unter Vorjahresniveau

Nicht viel besser sieht es bei den Sonntagstiteln aus. Relativ gut schlägt sich dabei noch die Mail on Sunday, die gegenüber Mai um drei Prozent auf 903.000 Exemplare zulegen konnte, womit sich der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat mit minus acht Prozent noch in Grenzen hält. Der Sunday Mirror hat gegenüber dem Vormonat bei einem Plus von zwei Prozent auf 323.000 Exemplare dagegen im Jahresvergleich jeden fünften Käufer verloren.

Besonders hart betroffen von der Coronakrise waren und sind die Gratiszeitungen. Der Evening Standard steigerte seine verteilte Auflage im Juni gegenüber Mai zwar wieder um acht Prozent auf 489.000 Exemplare. Damit liegt sie jedoch 42 Prozent unter der im Juni 2019. Der Kostenlostitel Metro erhöhte seine Auflage geringfügig um ein Prozent auf inzwischen wieder 313.000 Exemplare. Dies ist allerdings ein happiges Minus von 78 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Komplett eingestellt hat im März der kleinere Titel City AM seine Print-Auflage. Er will erst wieder im September an die Verteilstellen in der Londoner City zurückkehren.

Die ABC-Auflagenübersicht ist inzwischen nicht mehr vollständig. So lässt die Telegraph Media Group mit dem Daily Telegraph und dem Sunday Telegraph seit Anfang des Jahres ihre Auflagen nicht mehr von der ABC prüfen. Und nach dem Umbau des Meldesystems Anfang Juni werden die Auflagenzahlen von News UK mit der Sun und der Times sowie deren Sonntagsausgaben zwar weiterhin von der ABC geprüft, die Daten aber nicht mehr veröffentlicht.



Franz Scheele
Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.