Entscheiden sie sich wie bereits die Times und die Sun für den "Private"-Modus, haben sie die Möglichkeit, ihre Daten nur noch ausgewählten Partnern zugänglich zu machen. Darüber hinaus können die Verlage weitere Metriken zu ihren Print-Auflagenzahlen hinzufügen wie etwa Daten zur Nutzung der verschiedenen Digitalangebote. Die bislang von ABC monatlich veröffentlichte Print-Auflagenstatistik wird nach 33 Jahren eingestellt.

"Anreiz für Negativberichte"

Mit diesen Änderungen reagiere die Organisation auf "die Sorge der Verlage, dass die monatlichen ABC-Zahlen einen Anreiz für Negativberichte über den Auflagenrückgang darstellen", erklärte ABC-CEO Simon Redlich gegenüber dem Branchendienst Press Gazette.

Die monatliche Veröffentlichung der Print-Auflagenzahlen würde es den Verlagen erschweren, ihren jeweils eigenen Ansatz adäquat zu kommunizieren. "Wenn sich ihre Medienmarke auf eine bestimmte Strategie fokussiert", so Redlich weiter, "ist es für die Verlage (beim bisherigen System) schwieriger, diese Geschichte verständlich zu machen."

Seit dem Jahr 2000 haben die überregionalen Zeitungstitel in Großbritannien fast zwei Drittel ihrer Print-Auflage eingebüßt.



Franz Scheele
Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.