Satire-Cover :
Merkel köpft Schulz: "Charlie Hebdo" solidarisiert sich mit "Spiegel"

"Charlie Hebdo" greift das umstrittene Titelbild der aktuellen "Spiegel"-Ausgabe auf - und lässt Merkel SPD-Herausforderer Schulz köpfen.

Text: W&V Redaktion

"Spiegel-Leser außer Rand und Band": "Charlie Hebdo" spießt Kritik am Cover auf.
"Spiegel-Leser außer Rand und Band": "Charlie Hebdo" spießt Kritik am Cover auf.

Die deutsche Ausgabe des Satire-Magazins "Charlie Hebdo" solidarisiert sich mit einem provokanten Cover mit dem "Spiegel". Auf dem Titel der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe ist Bundeskanzlerin Angela Merkel als Karikatur zu sehen, ein blutiges Messer in der einen Hand, den abgetrennten Kopf des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz in der anderen.

Das Motiv greift nach Angaben der Redaktion das umstrittene Titelbild der aktuellen "Spiegel"-Ausgabe auf, das US-Präsident Donald Trump in ähnlicher Pose zeigt, den Kopf der Freiheitsstatue hochhaltend. Sich an den "Spiegel"-Titel anzulehnen, sei eine Geste des Respekts gegenüber den Kollegen in Hamburg, sagte die Chefredakteurin der deutschen "Charlie Hebdo"-Ausgabe, die unter dem Pseudonym Minka Schneider auftritt.

"Was uns am meisten schockiert hat, war das negative Echo darauf", sagte Schneider. "Wir finden diese Titelseite ziemlich gut." In ihrer Zeitschrift erklärt die "Charlie Hebdo"-Redaktion in einer Kolumne ihre Motive: "Den Vorwurf, gegen gute journalistische Sitten zu verstoßen, kennen wir in- und auswendig", heißt es dort. "So sitzen wir im gleichen Boot, denn im Zentrum der Polemik, bei Euch wie bei uns, steht die Debatte um Meinungsfreiheit und die Art und Weise, wie man sie nutzt. Oder nicht nutzt."

Übrigens: Dem "Spiegel"-Cover rund um Donald Trump, das Zustimmung wie heftige Kritik auslöste, droht nach Beschwerden beim Presserat eine Rüge. Das Gremium beschäftigt sich nach Angaben vom Donnerstag im März mit der umstrittenen Darstellung des US-Präsidenten.

W&V Online/dpa


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