Umbruch :
Michael Plasse verlässt den Spiegel

Verlagsleiter Michael Plasse geht - vermutlich wegen unterschiedlicher Auffassung über die Vermarktung.

Text: Judith Pfannenmüller

Geht: Spiegel-Verlagsleiter Michael Plasse
Geht: Spiegel-Verlagsleiter Michael Plasse

Jetzt ist es offiziell:  Michael Plasse, seit August 2015 Verlagsleiter beim Spiegel, verlässt den Verlag. Der 44-jährige Plasse war zugleich Geschäftsführer des Manager-Magazins und ist seit insgesamt 13 Jahren im Spiegel-Verlag tätig.

Die Aufgaben von Michael Plasse übernimmt der Geschäftsführer der Spiegel-Gruppe, Thomas Hass. Zur Geschäftsleitung gehört auch Jesper Doub, 47. Doub ist neben seiner Funktion als Verlagsleiter Geschäftsführer von Spiegel Online und, gemeinsam mit Goetz Hoefer und Dirk Pommer,  Geschäftsführer von Spiegel TV.

Hass verabschiedet Plasse mit warmen Worten: "Michael Plasse und mich verbinden 13 Jahre enge und sehr gute Zusammenarbeit. Er hat die Restrukturierung im Rahmen Spiegel-Agenda 2018 und insbesondere die Neuaufstellung unserer Vermarktungsorganisation Spiegel Media erfolgreich vorangetrieben und umgesetzt. Ich danke ihm für sein großes Engagement und wünsche ihm nur das Beste für seine private und berufliche Zukunft".

Plasses Abgang könnte allerdings mit der neuen Philosophie in der Vermarktung zu tun haben. Erst im September war die Spiegel-Gruppe Partner der Vermarktungsallianz Ad Alliance aus dem Hause Bertelsmann geworden. Die Ad Alliance schnürt kanalübergreifende Medienpakete für das gesamte Bertelsmann-Medieninventar von Gruner+Jahr und der RTL-Gruppe zwischen Stern, n-tv, Brigitte und Gala.

Plasse war wohl kein Freund der Eingemeindung des Spiegel-Werbeinventars in ein großes Vermarktungspaket. Wenn Medieninventar gebündelt wird, steigen erfahrungsgemäß die Begehrlichkeiten der Agenturen nach höheren Rabatten.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.