Streaming-Anbieter :
Netflix sorgt mit Werbung für Ärger bei den Abonnenten

Der Streaming-Anbieter testet derzeit Promotion-Spots für Eigenproduktionen als Unterbrecher-Werbung. Für die Nutzer ein No-Go.

Text: Manuela Pauker

Netflix: bald kein ungestörtes Bingewatching mehr.
Netflix: bald kein ungestörtes Bingewatching mehr.

Der bislang rein Abo-finanzierte Streamingdienst Netflix testet derzeit offenbar Werbung. Für Fremdprodukte wird zwar noch nicht getrommelt – bei den Spots, die in Großbritannien liefen, handelt es sich um Trailer für Netflix-eigene Produktionen. Mit solchen hat der Anbieter auch schon hin und wieder experimentiert. Diese Spots konnten von den Sehern aber einfach übersprungen werden – beim aktuellen Test war das nicht mehr der Fall.

Bei Netflix winkt man ab: Die Trailer seien lediglich als Hilfe für Abonnenten gedacht, um ihnen "das Entdecken von anderen Serien und Filmen leichter zu machen", so das offizielle Statement von Netflix gegenüber der Newsseite "Cord Cutter News". Die Clips seien auch jederzeit überspringbar – dass dies bei einigen Nutzern nicht funktioniert habe, sei wohl auf ein technisches Problem zurückzuführen.

Wie auch immer – die Netflix-Gemeinde nimmt die Neuerung nicht gerade positiv auf. Sollte dies ein Testballon gewesen sein, um bei den Abonnenten die grunsätzliche Akzeptanz für Werbung auf der Plattform auszuloten, dürfte die mehrheitliche Ablehnung jetzt jedenfalls deutlich erkennbar sein. Auf Twitter machte sich eine Vielzahl der Nutzer Luft:

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Besonders beklagt wird die Tatsache, dass das bei vielen Sehern beliebte "Bingewatching" mehrerer (oder aller) Folgen einer Serie nun nicht mehr ungestört genießbar ist - und man ja eigentlich genau dafür eine Abogebühr bezahle. Netflix ist allerdings auch nicht alleine mit diesem Vorgehen: Beim Mitbewerber Amazon Prime gehören Werbespots für Eigenproduktionen schon seit längerer Zeit zum Angebot.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde