Videostreaming :
Netflix und Amazon verdoppeln Angebot an Original-Content

Eigenproduzierte Filme und Serien werden für die Streamingdienste immer wichtiger. Inhaltlich setzen sie aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Text: Franz Scheele

Netflix hat mehr als 250 neue Filme und Serien in Auftrag gegeben.
Netflix hat mehr als 250 neue Filme und Serien in Auftrag gegeben.

Angesichts der zunehmenden Konkurrenz im Videostreaming-Markt setzen Netflix und Amazon verstärkt auf eigenproduzierten Content. So hat Netflix derzeit mehr als 250 neue Filme und Serien in Auftrag gegeben. Das ist mehr als das Doppelte der 229 Original-Filme und -Serien im bestehenden Netflix-Katalog. Amazon Prime Video verfügt derzeit über etwas mehr als 100 eigenproduzierte Filme und Serien und lässt gegenwärtig etwa die gleiche Anzahl neu produzieren.

Bei den inhaltlichen Schwerpunkten unterscheiden sich die beiden Konkurrenten aber teilweise deutlich, wie eine Studie des Londoner Marktforschers Ampere Analysis zeigt. So liegt bei den angekündigten Neuproduktionen der Fokus von Netflix klar auf den Bereichen Comedy mit einem Anteil von 22,4 Prozent und Science-Fiction & Fantasy (18,5%), die sich eher an eine jüngere Zielgruppe richten.

Dagegen setzt Amazon den Schwerpunkt bei den Neuproduktionen auf den Bereich Serien-Drama mit einem Anteil von 28 Prozent (Netflix: 17%).

Immer mehr Player im Markt

Bei der Gesamtzahl der angekündigten Eigenproduktionen liegen Netflix und Amazon derzeit noch deutlich vor der Konkurrenz. So haben Apple, Youtube Premium und Facebook Watch zusammengenommen 65 eigene Titel angekündigt.

Doch die Zahl der Konkurrenten nimmt weiter zu. Derzeit arbeitet auch Disney am Aufbau eines eigenen Videostreaming-Dienstes, der voraussichtlich Ende dieses Jahres an den Start gehen wird. Der Mickey-Mouse-Konzern plant dafür bereits 19 neue Original-Serien.

Und durchaus ein Problem für die bisherigen Videostreaming-Platzhirsche: Disney wird nach dem Auslaufen der bestehenden Lizenzverträge den konkurrierenden Streaming-Anbietern keine Filme und Serien mehr aus dem eigenen, sehr umfangreichen Archiv zur Verfügung stellen.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.