Das ist der geplante Apotheken-Umschau-Verfolger.

Das ist der geplante Apotheken-Umschau-Verfolger.

Projekt geht weiter über Apothekenblatt hinaus

Über dem Ganzen steht nach Angaben der neuen Partner aus dem Verlags- und Apothekenbereich die Leitidee "Gemeinsam. Stärker.". Als "umfassende Initiative zur Stärkung der Apotheken vor Ort, die als Rückgrat des deutschen Gesundheitssystems die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln und die notwendige qualitativ hochwertige fachliche Beratung sicherstellen" wird das Projekt jetzt vorgestellt. Dazu gehören neben dem Apothekenmagazin eine bundesweite Online-Bestellplattform für Arzneimittel und apothekenübliche Waren sowie weitere Angebote und Dienstleistungen.

Mit dem "Zukunftspakt Apotheke" sollen Vor-Ort-Apotheken ihre Vorteile, wie etwa die Warenverfügbarkeit, fachliche Kompetenz und Nähe zu Kunden und Patienten gegenüber dem wachsenden Arzneimittelversandhandel ab dem Frühjahr 2019 bestmöglich ausspielen können. Noweda ist ein schlagkräftiger Verbund fürs Vorhaben: Der Pharmagroßhändler gilt als größte deutsche Apothekenkooperation mit über 9000 Apothekern.

Michael P. Kuck, Vorstandsvorsitzender der Noweda, weist auf den tiefsten Stand der Zahl der Vor-Ort-Apotheken seit fast 30 Jahren hin, "Tendenz weiter fallend". Mit dem "Zukunftspakt Apotheke" würde die Kooperation gemeinsam mit Hubert Burda Media zur "Sicherung dieser sozialen Infrastruktur beitragen, auf die sich täglich Millionen Menschen verlassen". Kuck lädt weitere Partner ein, an der Initiative teilzuhaben, deren Stärke laut Burda-Vorstand Philipp Welte "in der Bündelung der Kernkompetenzen unserer beiden Unternehmen" steckt.

Welte erhofft sich natürlich auch Erfolg auf dem Printanzeigenmarkt: "Mit dem neuen Apothekenmagazin Mylife bieten wir eine innovative Alternative in einem attraktiven Markt, in dem bislang eine Monopolstruktur besteht." Die Apotheken Umschau mit Ablegern wie Senioren Ratgeber oder Diabetes Ratgeber ist extrem auflagenstark und verweist derzeit auf monatlich knapp 9,3 Millionen verkaufte Exemplare (IVW II/2018).

Was online geplant ist

Die neue Online-Bestellplattform unter der Domain IhreApotheken.de soll es Patienten und Apothekenkunden bundesweit ermöglichen, in einer Vor-Ort-Apotheke ihrer Wahl Arzneimittel und apothekenübliche Waren vorzubestellen. Optional besteht zudem die Möglichkeit, sich die bestellten Artikel per Botendienst nach Hause liefern zu lassen, sofern die ausgewählte Vor-Ort-Apotheke diesen Service anbietet.

Jede teilnehmende Apotheke kann sich auf IhreApotheken.de mit ihrem eigenen Sortiment und Dienstleistungsangebot präsentieren. 

Um den Bekanntheitsgrad und die Reichweite der neuen Kundenzeitschrift Mylife und der Online-Bestellplattform IhreApotheken.de zu steigern, würden Inhalte der beiden Medien mit dem etablierten Burda-Gesundheitsportal Mylife.de verknüpft, heißt es. "Auf diese Weise entsteht ein vernetztes System, das gegenüber Versandapotheken einen echten Mehrwert für Patienten und Kunden bietet", so die Partner.

Wo Burda und Noweda schneller sind

Interessant: Mit dem "Zukunftspakt Apotheke" kommen Burda und Noweda der Apotheken Umschau bei einem ähnlichen Vorhaben zuvor. Denn der Wort & Bild Verlag um Geschäftsführer Andreas Arntzen, Herausgeber der Apotheken Umschau, hat Ende Juli in einem Interview mit der Deutschen Apothekerzeitung eine vergleichbar übergreifende Plattform für den Arzneiversand angeregt. Damit wolle der Verlag die Position deutscher Apotheken gegenüber der Onlinekonkurrenz durch DocMorris oder gar Amazon stärken, hieß es damals. Ende Juli wollte Arntzen Partner für eine gemeinsame Plattform finden.

Noweda und Burda haben sich schon gefunden.

Burda kann noch dazu die Printmarke "Mylife" nochmals in Spiel bringen, die im Corporate-Publishing-Bereich des Hauses schon mehrfach zum Einsatz gekommen und dann wieder vom Markt verschwunden war. Unter anderem und zuletzt als Kundenmagazin von Otto


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.