Social Media :
Nicht alle Models mögen Instagram

Beim ersten Glamour Beauty Festival wird auch über die Rolle von Social Media im Schönheits-Business diskutiert. Fazit: So langsam wird es anstrengend mit Instagram und Co.

Text: Manuela Pauker

Im Glamour-Café wird diskutiert.
Im Glamour-Café wird diskutiert.

Dass man als Model ohne die Social-Media-Maschinerie heutzutage nicht mehr weit kommt, hat sich längst herumgesprochen. Allerdings ist die Annahme, dass die zumeist schönen jungen (und vermeintlichen) Digital Natives die Kanäle Instagram, Facebook und Co. ganz selbstverständlich mit Freuden bedienen, wohl falsch: "Es gehört zum Job. Ich selbst habe nicht so viel Spaß daran", so Model Alena Blohm während einer Talkrunde beim Glamour Beauty Festival, das die Condé Nast-Zeitschrift am vergangenen Wochenende erstmals in Deutschland veranstaltete.

Die gebürtige Bremerin Blohm, mittlerweile in New York beheimatet, ist seit rund sieben Jahren im Model-Business unterwegs und gehört inzwischen zu den gefragtesten Gesichtern der Branche; zu ihren Auftraggebern zählen Victoria’s Secret, Ralph Lauren und Moschino. Den Aufstieg schaffte sie noch ohne Instagram, "das war zu Beginn noch gar kein Thema". Mittlerweile sieht das anders aus, erzählt auch ihr Manager Patrick Lazhar. So sei es nicht unüblich, dass bei Designern die Entscheidung, wer ein bestimmtes Kleidungsstück bei einer Schau präsentieren darf, von der jeweiligen Follower-Zahl eines Models abhängt. Auch wer überhaupt vom Kunden zu einem Casting eingeladen wird, bestimmt inzwischen häufig die Zahl der Fans – in Blohms Augen eine negative Entwicklung.

Shootings mit Spinne sind nicht üblich

Zugleich habe sich durch den Einfluss von Social Media der Begriff von "Schönheit" gewandelt: "Heute werden auch speziellere Typen als schön empfunden", so Lazhar. Auch der Trend zu "Plus-Size" profitiere davon. Das Bild, das Shows wie "Germany’s Next Topmodel" vom Modelberuf zeichne, habe dagegen mit der Wirklichkeit wenig zu tun, so Alena Blohm: "Ich musste in den letzten sieben Jahren noch nie Fotos mit einer Spinne machen. Und hatte nur einmal ein Unterwasser-Shooting", so Blohm in Anspielung auf berühmt-berüchtigte "GNTM"-Prüfungen, die bei den Kandidatinnen traditionell tränenreich ablaufen.

Insgesamt waren am 10. und 11. Juni rund 1000 Besucher bei dem Event der Frauenzeitschrift "Glamour". Die Veranstaltung, bei der das Publikum an Workshops und Talkrunden teilnehmen und sich Präsentationen von Marken wie MAC, La Mer, Clinique und Fiat ansehen konnte, soll im kommenden Jahr ausgebaut werden.

Talkrunde beim Beauty-Festival

v.l.: Moderator Dominik Wimmer ("Glamour"), Model Alena Blohm, Manager Patrick Lazhar


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde