Das jetzige Projekt ist nicht der erste Versuch von Redbox, ins Streaming-Geschäft einzusteigen. Bereits 2013 hatte das Unternehmen in Partnerschaft mit dem Telko-Giganten Verizon einen Videoservice mit dem Namen Redbox Instant gelauncht. Mit günstigen Abo-Preisen, die zugleich noch das Ausleihen von DVDs abdeckten, war dies als direkter Angriff auf Netflix geplant. Doch das Vorhaben nahm nie richtig Fahrt auf und wurde bereits Ende 2014 eingestellt.

Wie der Name Free Live TV bereits sagt, soll die neue Plattform für die Nutzer kostenlos sein, denn Redbox setzt auf eine Werbefinanzierung des Angebots. Mit dieser Strategie steht Redbox allerding längst nicht mehr allein. Auch der Disney-Streamingdienst Hulu bietet eine werbefinanzierte Version und auch das Anfang 2019 von Viacom CBS übernommene Pluto TV ist für die Nutzer gratis. Der im Juli startende Streamingdienst Peacock von NBC Universal wird ebenfalls eine werbefinanzierte Variante anbieten.

Dass genau diese Variante von einigen Entertainment-Konzernen zunehmend als attraktiv angesehen wird, hat seinen Grund im Niedergang des amerikanischen Kabelfernsehens. Allein im vergangenen Jahr haben die traditionellen Kabelnetzbetreiber über fünf Millionen Abonnenten verloren, womit ein wichtiger Werbekanal für Markenartikler mehr und mehr an Bedeutung verliert.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.