Sky im Interview: :
"On Demand wird bald die stärksten Einzelsender überholen"

Der Siegeszug des nicht-linearen Fernsehens lässt sich nicht mehr aufhalten, glaubt Jacques Raynaud, Chef der Bereiche Sport und Vermarktung bei Sky Deutschland.

Text: Manuela Pauker

Jacques Raynaud verantwortet bei Sky Deutschland die Bereiche Sport und Vermarktung
Jacques Raynaud verantwortet bei Sky Deutschland die Bereiche Sport und Vermarktung

Lineares Fernsehen wird in fünf Jahren nur noch Sport und News als Live-Programme zeigen, glaubt so mancher internationaler Player in der TV-Branche. So weit möchte Jacques Raynaud, seit April neuer Chef der Bereiche Sport und Vermarktung bei Sky Deutschland, zwar nicht unbedingt gehen.

Dennoch glaubt auch er, dass On-Demand-Angebote bereits in naher Zukunft das traditionelle TV überflügeln: "Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden die On-Demand-Services in manchen Bereichen die stärksten Einzelsender überholen", so Raynaud im Gespräch mit W&V.

Bei Sky werde On-Demand ebenfalls zunehmend stärker genutzt – auch außerhalb der Fußball-affinen klassischen Männer-Zielgruppen: "Wir haben im nicht-linearen Bereich ein Millionen-Publikum, das viel breiter aufgestellt ist", so Raynaud: Filme und Serien machen bei Sky Deutschland demnach bereits "bis zu 80 Prozent der Abrufe" aus.

Die On-Demand-Nutzung steigt signifikant

Mit dem seit 2. Mai neu konzipierten Angebot Sky Q werde das, aufgrund neuer Funktionen wie Restart, voraussichtlich noch zunehmen: "Wir erwarten hier einen noch deutlicheren Anstieg in der Nutzung unserer On-Demand-Inhalte." Raynauds Prognose basiert auf der Entwicklung in Großbritannien, Irland und Italien, wo Sky Q bereits eingeführt ist: Dort gebe es im nicht-linearen Bereich bereits "einen signifikanten Anstieg" der Nutzung. 

Was die Vermarktung dieses Angebots allerdings noch erschwert, ist die noch nicht adäquate Abbildung der Reichweiten in der "defragmentierten TV-Welt". Dazu brauche es die Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF). Einen Konsens habe man diesbezüglich zwar schon erzielt – "es ist eben technisch eine Herausforderung."

Was Jacques Raynaud außerdem im Interview mit W&V 24/18 verät: Wie es mit den Eigenproduktionen des Hauses weitergeht, wie man es schafft, dass auch Seher von Pay-TV Werbung positiv aufnehmen - und warum man bei Sky Deutschland total scharf auf den WM-Start ist.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde