Vor diesem Hintergrund sind etablierte Medienkanäle für die meisten auch die Hauptinformationsquelle für aktuelle politische oder gesellschaftliche Nachrichten. Öffentlich-rechtliches TV (67 Prozent) und Radio (59 Prozent) stehen dabei an der Spitze, gefolgt von Websites bekannter Medienmarken aus Rundfunk und Print (48 Prozent).

Nur die Unter-30-Jährigen haben noch größeres Vertrauen

Private Fernsehsender (43 Prozent) und Tageszeitungen (41 Prozent) rangieren als Informationsquellen fast gleichauf – noch vor sozialen Medien wie Facebook & Co. (35 Prozent). Nur bei den unter 30-jährigen Befragten bezieht mehr als jeder Zweite seine aktuellen Informationen nahezu gleich oft von klassischen Nachrichten-Websites (54 Prozent) und Social Media-Plattformen (52 Prozent).

Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube halten nur 25 Prozent der Befragten für glaubwürdig. Dabei zweifeln selbst die unter 30-Jährigen trotz vergleichsweiser intensiver Nutzung an der Glaubwürdigkeit sozialer Medien in Bezug auf aktuelle Nachrichten. Nur 26 Prozent, fast so wenige wie bei den über 50-jährigen Befragten (23 Prozent), halten diese Quelle für glaubwürdig. Stattdessen assoziieren viele mitlerweile soziale Netzwerke primär mit hetzerischen und beleidigenden Inhalten.

Das größte Vertrauen in die Glaubwürdigkeit von Nachrichten setzen die Befragten der Studie hingegen vor allem in Radiosender (83 Prozent), Nachrichten-Websites etablierter Medienmarken (81 Prozent), öffentlich-rechtliche TV-Sender (80 Prozent) sowie Tageszeitungen (79 Prozent) und Nachrichtenmagazine (73 Prozent).

Die regionale Herkunft ist ein wichtiger Faktor

Bildungsgrad und der Herkunft der Befragten spielen bei deren Einstufung der Glaubwürdigkeit natürlich auch mit. Diese Erkenntnis überrascht nicht wirklich: Je höher der Bildungsgrad, desto mehr Vertrauen wird etablierten Medien geschenkt. Es zeigen sich aber auch regionale Unterschiede: Befragte aus den alten Bundesländern legen insgesamt ein deutlich höheres Medienvertrauen an den Tag (64 Prozent) als jene aus den neuen Bundesländern (53 Prozent).

Die Befragung b4p Trends wird von der regelmäßig von der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) herausgegeben. Sie ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Medienhäuser Axel Springer, Bauer Media Group, Funke Mediengruppe, Gruner + Jahr sowie Hubert Burda Media.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde