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Nymphomaniac I & II

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Bei Netflix verfügbar

Eine Wucht von Film, mit epischen Ausmaßen – das könnte man über die meisten Werke Lars von Triers ("Melancholia") sagen. Bei diesem Film trifft eine solche Beschreibung allein schon aufgrund seiner Länge zu. Zusammen mit dem zweiten Teil ("Nymphomaniac – Volume II") beträgt die Spielzeit je nach Fassung 241 (Kinofassung) oder stolze 325 Minuten (Director’s Cut). Handlung und Inszenierung bewegen sich glücklicherweise genauso wenig innerhalb der Norm.

Alles beginnt damit, dass Joe (Charlotte Gainsbourg) vom hilfsbereiten, alten Junggesellen Seligman (Stellan Skarsgård) in fürchterlichem Zustand in dessen Hinterhof aufgelesen wird. Kurzerhand nimmt er sie mit zu sich, wo sich schnell ein ungewöhnlich offenes und intensives Gespräch entwickelt. Eingeteilt in insgesamt acht Episoden wird so von der Entwicklung der jungen Joe (Stacy Martin) zur "Nymphomanin" erzählt. Mit Pornographie hat das allerdings nichts zu tun, denn für die Protagonistin ist ihre Lust vor allem zu einer stets zu erfüllenden Aufgabe, einer Last geworden. Vergnügen macht der Film hingegen ausgerechnet aufgrund seiner Gedankenfülle, seiner philosophisch-fragenden Haltung – und einem herausragendem Ensemble, zu dem außerdem Willem Dafoe, Jamie Bell, Uma Thurman und Shia LaBeouf gehören.

Hier geht es zum Film.

Vergiss mein nicht!

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Jim Carrey und Kate Winslet überraschten als Filmpaar genauso wie die Tatsache, dass  besagter Klamauk-König in einem Liebesdrama überzeugen kann. Doch 2006 wurde Michel Gondrys Film bei einer Umfrage der BBC auf Platz 6 der 100 bedeutendsten Filme des 21. Jahrhunderts gewählt. Es geht um nichts weniger als die Beständigkeit der Liebe trotz all unserer Verschiedenheit und der Alltäglichkeit, die ihr früher oder später zur Bedrohung wird.

Clementine leidet derart unter der festgefahrenen Beziehung zu Joel, dass sie beschließt, durch ein neuartiges Verfahren alle Erinnerungen an ihren Freund löschen zu lassen. Vollkommen vor den Kopf gestoßen, tut dieser es ihr gleich. Doch sobald er vom Wissenschaftler*innenteam (Tom Wilkinson und Elijah Wood gehören dazu) in tiefen Schlaf versetzt wird, kämpft er innerlich gegen die Prozedur an und versucht die Erinnerungen an Clem zu retten. So taucht das Publikum ohne chronologische Ordnung und parallel auf mehreren Zeitebenen in die bittersüße Liebesgeschichte der beiden ein. Das klug komponierte Drehbuch Charlie Kaufmans wurde zu Recht mit einem Oscar gewürdigt.

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A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn

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Ron Howard ("Solo: A Star Wars Story") hat mit diesem Film wirklich kein authentisches Biopic geschaffen. Die Story ist so zurechtgelegt, dass sie den Ansprüchen eines rundum widerspruchsfreien Blockbusters entspricht. Dabei lässt sich bereits das Krankheitsbild der Schizophrenie, unter der das Mathematikgenie und Nobelpreisträger John Forbes Nash (Russell Crowe) leidet, nicht so klar fassen, wie suggeriert wird. Betrachtet man den Film jedoch weniger als Biografie denn als Drama, funktioniert er hervorragend als zeitloser Klassiker über den Mythos vom schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn und als Hommage an den Selfmademan, der sich selbst aus dem größten Unglück herausarbeiten kann.

Während Russel Crowe bereits vor "Les Misérables" bewies, dass ihm auch weniger actiongeladene Figuren liegen, glänzen neben ihm Ed Harris ("Westworld") und Jennifer Connelly ("Snowpiercer") in ihren Rollen. Letztere wurde für ihre Leistung sogar mit einem Oscar bedacht – und auch in den Kategorien "Bester Film", für die Regie und das Drehbuch wurde "A Beautiful Mind" mit dem Academy Award ausgezeichnet.

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Axolotl Overkill

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Technobunker statt Schule, Rausch statt Hausaufgaben. Die 16-jährige Mifti wandert ziel- und planlos durch die Nacht – wird mal hier, mal dort angespült. Jasna Fritzi Bauer ("Jerks") füllt die Rolle der irrlichternden Jugendlichen, stets zwischen altersgemäßer Naivität und immer wieder aufblitzender Nachdenklichkeit wandelnd, perfekt aus. Die Mutter ist tot, der Vater zeigt als Klischee des eigentlich nur schwätzenden Möchtegern-Intellektuellen keinerlei ernsthaftes Interesse an der Tochter. Doch was in Helene Hegemanns Drama genau vor sich geht, muss man nicht verstehen – um eine allgemeine Aussage oder gar ein Porträt der unpolitischen Prä-Greta-Generation wird sich ohnehin nicht bemüht.

Viel mehr lohnt es sich, sich auf die einzelnen Szenen einzulassen, die teilweise hochästhetischen Clubeinstellungen in sich aufzusaugen und in den fabelhaften Soundtrack einzutauchen. Wer sich nicht sicher ist, ob das künstlerische Wirrwarr etwas für einen ist, dem sei der Musik- zum Streamingtipp ans Herz gelegt: "Me and the Devil" von Soap&Skin. Wer mit der Stimmung dann nichts anfangen kann, lässt es besser bleiben. Für alle anderen mag der Film eine wohltuende kleine Sensation sein.

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Gone Girl – Das perfekte Opfer

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Nick (Ben Affleck) und Amy (Rosamund Pike) scheinen nach außen die perfekte Ehe zu führen – tatsächlich kriselt es jedoch gewaltig zwischen den beiden. Beide haben ihre Jobs verloren und sind ins trostlose Missouri gezogen, um sich um Nicks krebskranke Mutter zu kümmern. Während der nun größtenteils von den Einkünften seiner Bar lebt, gibt es für Elite-Uni-Absolventin Amy keinerlei Perspektive. Eines Tages ist sie plötzlich verschwunden, die Spuren im Haus deuten auf ein Gewaltverbrechen hin. Der Ehemann bleibt verzweifelt zurück und wird bald selbst zum Verdächtigen – ein intensives Verwirrspiel beginnt.

Der spannungsgeladene Thriller des Meisterregisseurs David Fincher ("Verblendung") ist elegant inszeniert und steckt voller schlauer und bis zum Schluss überraschenden Wendungen. Was die Figuren angeht, kratzt er genretypisch bisweilen nur an der Oberfläche. Die Eskalationsdynamik so mancher sensationsgetriebener Medien wird hingegen besonders detailreich beleuchtet.

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Text: Arabella Wintermayr



Autor: W&V Leserautor

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