Studie zur Mediennutzung :
Regionale Tageszeitung: Digital wird gesnackt

Egal ob in Print oder Digital, die regionale Tageszeitung gehört zum Relevant Set der meisten Deutschen. Das gute Image färbt auch auf die Werbung ab.

Text: Anja Janotta

Die Bindung der Leser an ihre Tageszeitung ist sehr stark.
Die Bindung der Leser an ihre Tageszeitung ist sehr stark.

Die Reichweite der regionalen Tageszeitung ist ungebrochen. Der Studie "Zeitungsfacetten 2018" des Crossmedia-Vermartkers Score Media zufolge errreicht sie vier von fünf Deutschen (79 Prozent). Am ehesten geifen sie zu einer gedruckten Ausgabe (62 Prozent), zur digitalen (52 Prozent) und zum E-Paper (25 Prozent). 

Vordringliche Gründe für die Nutzung regionaler Tageszeitung als digitale Ausgabe sind vor allem die Aktualität (84 Prozent) und die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten (82 Prozent). Die Nutzer der Printausgabe schätzen besonders die bessere Einordnung der Themen und einer umfassenden Informationstiefe (jeweils 62 Prozent). Werbung, übrigens, wird laut der Studie auf beiden Kanälen durchaus akzeptiert: Für jeden zweiten Print-Leser (49 Prozent) und nahezu jeden dritten Digital-Leser (29 Prozent) gehört Werbung zur regionalen Tageszeitung dazu.

Auch in den Nutzungsgewohnheiten unterscheiden sich die Print und Digital-Leser deutlich. Die Print-Nutzung ist "Daily Habit", Digital hingegen wird "gesnackt"– die gedruckte Ausgabe der regionalen Tageszeitung ist für die Mehrheit (52 Prozent) eingebettet in die täglichen Routinen und wird als klassisches Morgenmediu konsumieren hingegen die Digital-Ausgabe ihrer Regionalzeitung spontan zwischendurch. Gelesen wird - egal welche Nutzungsform - zu 86 Prozent zuhause. Auch die E-Paper-Nutzer lesen ihre Zeitung gewöhnlich in den eigenen vier Wänden (77 Prozent). Unterwegs und am Arbeitsplatz genutzt greifen die befragten Leser vor allem zu den digitalen Angeboten ihrer Regionalzeitung (jeweils 35 Prozent).

Werbung in Tageszeitungen wird akzeptiert

Die Tageszeitung ist für viele nicht wegzudenken: So würden 89 Prozent der Print-Leser ihre gedruckte Zeitung vermissen. Auch Online ist die Bindung stark: So geben auch 88 Prozent der Digital-Leser an, dass ihnen die Nachrichten ihrer regionalen Medienmarke fehlen würden. Das Image strahlt auch auf die Werbung ab. Mehr als ein Drittel der Print-Leser (36 Prozent) und mehr als ein Fünftel der Digital-Leser (21 Prozent) bestätigen, dass eine Marke, die in ihrer regionalen Tageszeitung wirbt, ihnen näher kommt. Auch wirken werbende Marken in diesem Umfeld seriös, was 41 Prozent der Print-Leser und 26 Prozent der Digital-Leser bestätigen.

Laut der Studie verfügen 31 Prozent der Leser über ein Haushalts-Nettoeinkommen von mehr als 3.000 Euro. Die Print-Leser setzen dabei klare Prioritäten: Sie schätzen ihren Beruf (62 Prozent), doch die Familie kommt an erster Stelle (82 Prozent). Sie kaufen überdurchschnittlich umweltbewusst (73 Prozent) und betrachten Fortschritt und Innovationen als essenziell für die Gesellschaft (82 Prozent). Die Digital-Leser wiederum sind besonders technikaffin: 54 Prozent betrachten Technologie als wichtig, um ihren Alltag zu gestalten. In diesem Bereich fungieren sie als wichtige Influencer, da sie häufig bei Kaufentscheidungen um Rat gefragt werden (39 Prozent), insbesondere in puncto Smartphones, Computer und Apps.

"Die Akzeptanz von Werbung in der regionalen Tageszeitung ist mit 49 Prozent für Print und beachtlichen 29 Prozent für Online sehr hoch", kommentiert Heiko Genzlinger, CEO der Score Media Group, die Ergebnisse. "

Score Media hat für die Studie 5.752 Menschen zwischen 15 und 64 Jahren befragt.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.