Ooyala Video Index :
Selbst Mobilnutzer schauen gern lange Videos

Unabhängig von der Bildschirmgröße wird Video-Content keinesfalls nur als Kurzformat genossen. Clips, die länger als 20 Minuten dauern, sind am beliebtesten. 

Dank guter Angebote und guter Auflösung sind auch längere Videos heute auf dem Smartphone beliebt.
Dank guter Angebote und guter Auflösung sind auch längere Videos heute auf dem Smartphone beliebt.

Kleiner Bildschirm, kurze Videos? Die Annahme ist überholt. Der "Global Video Index" für das erste Quartal 2017 zeigt, dass langer Content zum ersten Mal auf jedem Bildschirm die mit Videos verbrachte Zeit dominiert. Der Bericht des Videodienstleisters Ooyala zeigt darüber hinaus das anhaltende Wachstum mobiler Aufrufe. Onlinewerbung ist ein weiteres Thema der Untersuchung.

1. Lange Videos führen auf jedem Bildschirm

Erstmals macht Video-Content, der mindestens 20 Minuten lang ist, mit 63 Prozent auf allen Bildschirmen den Großteil der Zeit aus, die mit Videos verbracht wird. Ooyala führt dies auf die zunehmende Menge von Premium-Inhalten zurück, die von den Inhalteproduzenten bereitgestellt werden: Da längere Inhalte zunehmend verbreitet sind, verlieren kurze Formate ihre Vorherrschaft, zumal größere mobile Bildschirme immer üblicher werden. Auch der Siegeszug der VoD-Anbieter wie Netflix und Amazon Prime hat daran Anteil.

Lange Videos steigern ihren Anteil an der Videonutzung über alle Geräteklassen. (Ooyala)

Lange Videos steigern ihren Anteil an der Videonutzung über alle Geräteklassen. (Ooyala)

Allerdings: Bei kurzen Videos ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie vollständig angeschaut werden. 

2. Mobilabrufe sorgen für Wachstum

Fast 57 Prozent aller Videoaufrufe weltweit erfolgte im ersten Quartal 2017 mobil - das ist Ooyala zufolge ein neuer Höchststand. Smartphones machten dabei 47 Prozent und Tablets die übrigen 10 Prozent aller Aufrufe aus. Die mobilen dominieren in allen Regionen. Aber Europa, der Nahe Osten und Afrika (EMEA) sowie Lateinamerika verzeichnen mehr als 10 Prozent Wachstum bei der mobilen Nutzung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In EMEA erfolgen 54 Prozent aller Videoabrufe von mobilen Geräten aus (Vorjahr: 42 Prozent); in Nordamerika werden etwas mehr als die Hälfte aller Videos mobil abgespielt (Vorjahr: 48 Prozent).

Seit 2013 vervierfacht: Der Anteil mobile Videoabrufe weltweit. (Ooyala)

Seit 2013 vervierfacht: Der Anteil mobile Videoabrufe weltweit. (Ooyala)

Spannend: Während Desktop-PCs und Smartphones eher tagsüber genutzt werden, erleben Tablets morgen uns abends Spitzen.

3. Kurze Videos vor allem auf Smartphones relevant

"Konsumenten schauen sich genauso gerne lange Inhalte auf Smartphones und Tablets an wie kurze Videos", sagt Jim O'Neill, Principal Analyst und Strategic Media Consultant bei Ooyala.

Wenn überhaupt, dann laufen Kurzclips auf Smartphones. (Ooyala)

Wenn überhaupt, dann laufen Kurzclips auf Smartphones. (Ooyala)

4. Werbevideos werden mobil

Sender vertrauten bei Mid-Roll-Anzeigen verstärkt auf Tablets und stellten 54 Prozent aller Mid-Roll-Anzeigen auf diesen Geräten bereit. Mobile Geräte machen insgesamt fast 66 Prozent aus und hängen damit PCs (26,5 Prozent) ab. Dies ist ein großer Rückgang seit dem vierten Quartal 2016, als PCs mit 39 Prozent noch den Löwenanteil ausmachten.

Anders bei Pre-Rolls: Hier sind die PCs stärker vertreten, sowohl bei Sendern als auch bei Publishern, und erreichen 37 bzw. 56 Prozent der Ad-Impressions. Smartphones und Tablets kombiniert kommen auf 47 Prozent (Sender) und 45 Prozent (Publisher). Der Anteil der internetfähigen Fernseher ist gering - dafür erzielen die Pre-Roll-Ads hier aber die besten Werte, was das Zu-Ende-gucken der Werbeclips angeht (siehe Grafik). Bei Mid-Rolls ist die Verteilung ähnlich, die Completion Rate vor allem der Sender aber insgesamt höher.

Videowerbung (Pre-Roll) wird mobil öofter abgebrochen als auf Fernseher und PC. (Ooyala)

Videowerbung (Pre-Roll) wird mobil öofter abgebrochen als auf Fernseher und PC. (Ooyala)

Die Empfehlung von O'Neill für Content-Produzenten: "Es reicht nicht mehr aus, lediglich Inhalte auf einem mobilen Gerät bereitzustellen. Neben hochwertigsten Videos ist auch leichtes Finden und Steuern unabdingbar für jedes überzeugende Seherlebnis geworden. Video-Anbieter müssen sich darauf vorbereiten, alle ihre Inhalte für mobile Aufrufe zur Verfügung zu stellen und Unternehmensstrategien müssen alle Bildschirmgrößen beinhalten." 

Ooyala ist eine Tochtergesellschaft des IT-Konzerns Telstra und betreibt eine Video-Plattform sowie mit Videoplaza eine Adserver- und Programmatic-Plattform. Die Kunden sind vor allem Videopublisher, darunter RTL Deutschland, NBC Universal, Sky Sports UK, ITV Studios, .


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



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