Dazn zeigt noch weitere Jahre die Champions League.

Dazn zeigt noch weitere Jahre die Champions League.

Die Endspiele werden von 2022 bis 2024 im ZDF zu sehen sein und damit wieder im frei empfangbaren Fernsehen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen. Ein Endspiel mit deutscher Beteiligung muss laut Rundfunkstaatsvertrag zwingend und immer im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein.

Internet statt Kabel

Damit müssen sich die Fußballfans umgewöhnen. Insbesondere die TV-Zuschauer, die über Kabel und Satellit die Spiele verfolgt haben, benötigen nun eine schnelle Internetverbindung. Damit zeichnet sich der Trend immer mehr ab, nachdem sich zuletzt die Telekom die Rechte für die EM 2024 in Deutschland gesichert hatte (die sucht aber einen Free-TV-partner). Auch wird der Markt zunehmend unübersichtlicher. Der Fußballfan benötigt immer mehr Abonnements, um alle Spiele sehen zu können.

Am Dienstag hatte Amazon als neuer Mitspieler seinen Einstieg in die Königsklasse von 2021/2022 an bekanntgegeben. Das Topspiel des Dienstagabends wird ausschließlich beim Streamingdienst des US-Internetkonzerns zu sehen sein. Nach dem Verkauf des ersten Rechtepakets ging es in eine neue Bieterrunde - und in der standen vor allem die derzeitigen Rechteinhaber Sky und Dazn, Tochter der Perform Group, unter Druck.

Neben den Rechten der Champions League vermarktete die Uefa auch die Europa League sowie die neue und 2021 erstmals ausgespielte Europa Conference League. Die Ausschreibung der Medienrechte für Deutschland für die drei Spielzeiten 2021/2022 bis 2023/2024 lief bis zum 3. Dezember über die Agentur Team.

Königsklasse nicht mehr exklusiv bei Sky

Seit der Spielzeit 2018/19 und noch bis 2020/21 ist die Champions League ausschließlich bei dem Pay-TV-Sender Sky und dem ebenfalls kostenpflichtigen Streamingdienst Dazn zu sehen. Somit bleibt für die laufende und die kommende Saison alles, wie es ist. Die Champions-League-Rechte gelten nach denen für die Bundesliga als die wertvollsten.

Sky-Chef Schmidt nimmt es so sportlich, wie es geht: "Die wichtige Nachricht für alle Sky Kunden: Sky Deutschland wird bis Sommer 2021 weiterhin die besten Spiele der Uefa Champions League sowie alle Spiele und alle Tore in der Original Sky Konferenz live übertragen. Darüber hinaus bleibt Sky auch in den kommenden Jahren die erste Adresse für alle Sportfans. Neben Live-Spitzenfußball der Bundesliga und der 2. Bundesliga, der Premier League und dem DFB-Pokal zeigt Sky auch weiterhin die Formel 1, Spitzenhandball der Liqui Moly Bundesliga und EHF Champions League, Weltklasse-Tennis aus Wimbledon und der ATP Tour und alle wichtigen Golf-Turniere live."

Free-TV-Comeback

Das ZDF hat sich die Fußball-Übertragungsrechte der Champions-League-Endspiele 2022 bis 2024 gesichert, verhandelt aber noch über ein Medienpaket für eine Höhepunkte-Sendung mit Zusammenfassungen am Mittwochabend. Das bestätigte ZDF-Sprecher Alexander Stock.

Das ZDF hatte bis 2018 sechs Jahre lang Champions-League-Spiele gezeigt, ehe die Partien durch den derzeit laufenden Vertrag hinter der Bezahlschranke verschwanden. Besonders groß war die Verärgerung vieler Fußball-Anhänger im Mai 2019, weil nicht einmal der Sieg von Jürgen Klopps FC Liverpool im Finale gegen Tottenham Hotspur im Free-TV zu sehen war. Das ZDF scheiterte mit dem Versuch, zumindest für das Finale eine Sub-Lizenz zu kaufen, am Veto von Dazn.

Im Gegensatz zur Champions League gibt es derzeit bewegte Bilder aus der Europa League im frei zu empfangenden Fernsehen. Die RTL-Gruppe überträgt jeden Spieltag eine Partie - meistens bei Nitro. Der Streamingdienst Dazn zeigt für seine Abonnenten alle Partien des kleinen Europapokals. Die Perform-Tochter hatte zur Saison 2018/19 hier Sky ausgestochen.

Zumindest indirekt von Bedeutung ist die Vergabe der Medienrechte für die Königsklasse auch für die Bundesliga, bei der alle Beteiligten erneut mitbieten dürften. Die Deutsche Fußball Liga will die Rechte ab der Saison 2021/2022 im kommenden Jahr vergeben. DFL-Chef Cristian Seifert hatte zuletzt in der Welt am Sonntag angekündigt, ein Abo-Chaos für die Fans vermeiden zu wollen. (sh/dpa)


Susanne Herrmann
Autor: Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.