Fußball-WM 2018 :
So reagiert die Welt auf das WM-Aus der deutschen Elf

Das vorzeitige Aus in der Vorrunde bedeutet für die Spieler jede Menge Spott - aber auch finanzielle Einbußen.

Text: Manuela Pauker

Die deutsche Presse ist sich einig: Das war nix.
Die deutsche Presse ist sich einig: Das war nix.

Es ist vorbei. Schluchz. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten ist die deutsche Nationalelf schon in der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft ausgeschieden. Ein historisches Desaster, dem sich die Medien natürlich voll und ganz widmen. Allen voran die Bild-Zeitung, die auf ihrem Titel die Schlagzeile des grandiosen Siegs gegen Brasilien vor vier Jahren recycelt hat: "Ohne Worte" heißt es erneut – nur die Bedeutung ist diesmal eben eine andere.

Die internationale Presse hält sich ebenfalls nicht zurück. Insbesondere in Großbritannien verspürt man durchaus Genugtuung: The Sun erklärt auf dem Titelblatt das Wort "Schadenfreude" – darunter das Bild einiger bedröppelt aussehenden deutscher Spieler.

"The Sun" erklärt einschlägiges Vokabular.

"The Sun" erklärt einschlägiges Vokabular.

Die dänische Zeitung B.T. Nyheder bedient sich ebenfalls deutschen Vokabulars: "Nein, nein, nein!" lesen die Dänen heute, wenn sie online die Meldung unter dem Stichwort "Historisk katastrofe" anklicken.

Die Dänen: fassungslos.

Die Dänen: fassungslos.

Ein klein wenig schadenfroh zeigen sich auch die Brasilianer, die von der deutschen Elf noch vor vier Jahren mit einer Niederlage von 1:7 gedemütigt wurden. Die Botschaft, die der TV-Sender Fox Sports Brasil auf Twitter verkündet, ist jedenfalls relativ eindeutig:

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Für das deutsche Team rund um Trainer Jogi Löw, das jetzt vorzeitig nach Hause fahren muss, ist aber nicht nur der internationale Spott schmerzhaft. Ihnen – und dem DFB - entgeht auch finanziell einiges: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erhält bei der Ausschüttung des Weltverbandes FIFA nun nur etwa 6,7 Millionen Euro von den insgesamt rund 338 Millionen Euro Preisgeld. Die Prämien sind auch gestrichen: Hätten die Spieler ihren Titel verteidigen können, hätte jeder Profi vom 350000 Euro erhalten. Was den Sponsoren nun an Geldern entgeht, lässt sich aktuell noch nicht beziffern.

Was das frühe Aus für die Quotenentwicklung der übertragenden TV-Sender ARD und ZDF bedeutet, ist ebenfalls offen. Das Schicksals-Spiel hatte zumindest noch eine gute Reichweite: 25,43 Millionen Zuschauer verfolgten das Spiel im ZDF; der Marktanteil für die Live-Übertragung lag bei 87,5 Prozent. Ein Wert, den nun wohl maximal noch das Finale holen kann.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde