Der Plan ging auf. Schon nach wenigen Tagen hatten die beiden parallel verwendeten Hashtags die Marke von einer Million geknackt; zuletzt bewegten sie sich auf die Zehn-Millionen-Marke zu. Das funktionierte unter anderem auch deswegen, weil die Gemeinde der "LuciFans" gezielt zu "Twitter-Parties" einlud – Anlässe und Zeiten, zu denen gemeinsam besonders kräftig getweetet wurde, um zu trenden. Zudem veranstalteten viele Fans echte Feiern, bei denen "Lucifer"-Folgen geschaut werden konnten – natürlich die Kampagne auf Social Media weiter befeuert wurde.

Kurzer Draht zu den Machern

Über Twitter & Co hielten Henderson, Ellis und Modrovich die Follower stets auf dem Laufenden. Über Gespräche mit möglichen Rettungs-Kandidaten, aber auch über das Scheitern dieser jeweiligen Gespräche – und anderem mit dem Network The CW und Amazon. Amazon zeigt die Serie bereits in Deutschland und Großbritannien und war daher interessiert. Die größtmögliche Transparenz und die Botschaft "Es ist noch nicht vorbei" hielten die Fans bei der Stange und zeigte zugleich potenziellen Sender-Kandidaten die Beliebtheit der Show.

Am Ende haben sich die Anstrengungen ausgezahlt: Am 15. Juni verkündeten alle Beteiligten die Fortsetzung von "Lucifer" auf Netflix. Die Geschichte rund um den teuflischen Nachclub-Betreiber, der mit seiner Polizisten-Freundin Chloe die bösen Buben bekämpft, kann nun also weitergehen. Geplant ist dem Vernehmen nach eine Staffel mit zehn Folgen. Titelheld Tom Ellis brachte den Fans aus Dankbarkeit darüber sofort ein Ständchen:

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Das TV-Publikum fängt jetzt erst an, seine Macht so richtig zu bewmerken und weiter auszuspielen. Den nächsten Kandidaten zur Rettung gibt es jedenfalls schon: Nun hoffen die Fans der Serie "Shadowhunters" auf einen ähnlich positiven Ausgang ihrer Kampagne. Immerhin haben sie mit #saveshadowhunters innerhalb einer Woche bereits rund sechs Millionen Tweets abgesetzt.



Manuela Pauker
Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde