Internationale IAS-Studie :
So schneidet Deutschland in Sachen Brand Safety ab

Gut: Ad Fraud ist hierzulande kein größeres Problem. Schlecht: Eine von zehn Anzeigen taucht in riskanten Umfeldern auf.

Text: Manuela Pauker

Sicherheit geht vor - ein Grundsatz, der bei digitaler Werbung noch nicht überall angekommen ist.
Sicherheit geht vor - ein Grundsatz, der bei digitaler Werbung noch nicht überall angekommen ist.

Digitale Werbung ist ziemlich beliebt – aber ein Minenfeld. Das zeigt die aktuelle Studie des internationalen Technologieanbieters Integral Ad Science (IAS), die globale Vergleichsdaten zur Qualität in sieben wichtigen Märkten weltweit vorlegt.

Die schlechte Nachricht zuerst: Deutschland bildet laut der Untersuchung in Sachen Brand Safety das Schlusslicht. Eine von zehn Anzeigen taucht hierzulande in sogenannten "riskanten" Umfeldern wie etwa Fake News auf – das läuft in den neben Deutschland untersuchten Ländern Frankreich (4,5 Prozent), Italien, Spanien (4,8 Prozent), Skandinavien, UK (4,5 Prozent) und den USA (8,6 Prozent) deutlich besser.

Dafür fällt die Viewability von Display-Kampagnen deutlich besser aus – immerhin 67 Prozent der Anzeigen sind hierzulande sichtbar. Zum Vergleich: In den USA liegt die Viewability bei 59,9 Prozent, in Spanien bei 55 Prozent, in Italien gar nur bei 47.7 Prozent.

Mobile Web: Nur 50 Prozent der Anzeigen sichtbar

Weltweit war im ersten Halbjahr 2018 unter dem Strich nur jede zweite Mobile-Ad für Nutzer sichtbar. Am besten schneidet hier noch Großbritannien mit einer Sichtbarkeit von 57,6 Prozent ab, gefolgt von den USA mit 54,8 Prozent. Deutschland liegt mit 50,8 Prozent im Mittelfeld, die schlechteste Leistung liefert Italien mit nur 36,4 Prozent sichtbaren Anzeigen.

Das Markenrisiko wird bei mobilen Kampagnen zugleich höher bewertet als bei Display-Werbung. Am schlechtesten performen hier Deutschland (14,7 Prozent) und die USA (9,3 Prozent). In Spanien, Italien und UK ist das Risiko mit je 5 Prozent deutlich geringer.

Ad Fraud: Deutschland hat's im Griff

In Sachen Ad Fraud hat insbesondere der US-Markt im Vergleich ein echtes Problem – auch wenn die Zahlen an sich gar nicht so hoch scheinen: 1,8 Prozent der gegen Werbebetrug optimierten Display-Kampagnen waren im ersten Halbjahr 2018 von betrügerischen Aktivitäten betroffen. Europa hat das besser im Griff: Italien liegt bei 0,8 Prozent, Deutschland bei 0,7 Prozent. deutlich besser aus. Am besten sieht es aber in Skandinavien aus: Hier waren nur 0,2 Prozent der optimierten Display-Kampagen von Ad Fraud betroffen.

Bei den Desktop Video-Kampagnen waren laut der Studie im Schnitt in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 weltweit 69,4 Prozent der Angebote sichtbar. Die Sichtbarkeit von Video-Inventar beträgt zwischen 76,7 Prozent in Frankreich und 64,5 Prozent in UK. Deutschland weist mit 66,6 Prozent  hier den zweitniedrigsten Wert auf.

Geringes Markenrisiko in Italien

In potenziell markenschädigenden Umfeldern wurden weltweit 7,6 Prozent der Video Impressions ausgeliefert. Im Ländervergleich ist auch in dieser Kategorie das Markenrisiko in Deutschland am höchsten (14,7 Prozent), gefolgt von Großbritannien (10,6) und den USA (8,8). Im italienischen Werbemarkt ist das Markenrisiko für Desktop Video-Inventar mit 4,5 Prozent am geringsten. Betrügerische Aktivitäten wurden weltweit in 9,5 Prozent der nicht-optimierten Video-Kampagnen nachgewiesen.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde