Umbau der ProSiebenSat.1-Vermarktung :
So sieht die neue Struktur von SevenOne Media aus

Neues Herzstück der Sales-Aktivitäten des ProSieben Sat.1 Media-Vermarkters sind zwei Haupt-Säulen: Agentur-Business und Client Business.

Text: Manuela Pauker

Umbau in der Konzernzentrale: Alles neu beim Vermarkter SevenOne Media.
Umbau in der Konzernzentrale: Alles neu beim Vermarkter SevenOne Media.

Fast ein Jahr hat man bei ProSieben Sat.1 Media an der neuen Sales-Struktur des Vermarkters SevenOne Media geschraubt. Jetzt präsentiert der Konzern das neue Konstrukt. Das Resultat: Sämtliche Sales-Aktivitäten des Konzerns im Werbemarkt werden innerhalb der SevenOne Media gebündelt; TV und Digital nähern sich weiter an. Denn künftig ist das Ziel des Hauses, so Sabine Eckhardt, Vorstand Sales & Marketing bei ProSiebenSat.1, "alles aus einem Guss" anzubieten.

Kernstück der Aufstellung, in der ab 1. September offiziell gearbeitet wird, ist die Aufteilung des Vertriebs in die Säulen Agentur-Betreuung und Client-Betreuung. Um den Bereich Agenturen kümmert sich der Vorsitzende der Geschäftsführung der SevenOne Media, Thomas Wagner, die Client-Betreuung verantwortet Thomas Port, Geschäftsführer Digital von SevenOne. Dass es einen eigenen Client-Bereich gibt, bedeute aber nicht, dass der Vermarkter künftig verstärkt auf direkte Deals mit den Kunden abzielt, betont Thomas Wagner. Es sollen nur in Zukunft "verstärkt individuelle Gesamtangebote aus einer Hand" gemacht werden.

Mehr nationaler Content

Außerdem wird es auch noch eine Produktsäule geben. Um diese kümmert sich Reuben Steingraf-Regensburger, der seit Mitte 2016 im Haus ist. Ergänzt wird das Angebot noch von einer Entertainment-Säule, in der es in erster Linie um Content geht. Eine Milliarde Euro wird hier in Inhalte investiert, die künftig deutlich nationaler ausfallen sollen – wobei internationale Ware natürlich auch ihren Platz behält.

"Agenturen erwarten von uns in erster Linie eine automatisierte, effiziente Abwicklung, innovative Produkte sowie eine bedarfsgerechte und vertrauensvolle Betreuung", so der Konzern. 
Zugleich würden werbungtreibende Unternehmen "ganzheitliche Beratung, innovative Werbeformen und datenbasierte, digitale Produkte sowie eine umfassende Beratung bei Marketing-Strategien und AdTechnologie" verlangen – all dies soll die veränderte Struktur gewährleisten.

Nur noch ein Hauptansprechpartner

Um das Prozedere zu vereinfachen, wird es sowohl für werbungtreibende Unternehmen als auch Mediaagenturen jeweils einen Hauptansprechpartner geben, der sie in allen Belangen und für alle Produkte aus einer Hand beraten soll. Für Spezialthemen wie Programmatic, Addressable TV Data oder individuelle Kommunikationslösungen sollen Experten aus den jeweiligen Fachbereichen hinzugezogen werden.

Weitere Unterstützung für die Berater soll ein Backoffice in der Firmenzentrale liefern – unter anderem in der Form von Datenmaterial, Analysen und Konzepten. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung ändert sich zudem die Aufgabenteilung zwischen SevenOne Media und der SevenOne AdFactory, in der individuelle Werbekonzepte aufgesetzt werden: Die AdFactory-Vertriebsmitarbeiter wechseln in den SevenOne Media-Vertrieb, der dadurch gestärkt werden soll.

Die "innovative Keimzelle" AdFactory

Die AdFactory-wird auch unter den neuen Vorzeichen weiter existieren. Sie dient als "innovative Keimzelle" der Entwicklung individueller, maßgeschneiderter Kommunikationsmaßnahmen. Dieses Team erhält künftig von den Schwesterfirmen P7S1 Licensing und Starwatch Entertainment Verstärkung: Die beiden Bereiche rücken enger an die SevenOne AdFactory heran; ihre Themenbereiche (u.a. Events, Künstler, Musik) finden dort intensiver statt.

Keine Veränderung wird es bei den SevenOne Media-Tochterfirmen 7Screen als Spezialist für digitale Außenwerbung (DOOH) und Marktguru (digitale Werbeprospekte) geben. Sie bleiben aufgrund der sehr spezifischen Anforderungen in ihren Märkten in ihrer bisherigen Struktur, werden aber auch über die Vertriebsmitarbeiter der SevenOne Media angeboten.

Knirschfrei im Werbe-Dschungel

Voraussichtlich bis zum Jahresende wird es dauern, bis die Räder der neuen Struktur ohne Knirschen ineinander greifen, glaubt Sabine Eckhardt. Und damit das Ziel des Umbaus erreichen, "unseren Geschäftspartnern künftig mehr denn je die nötige Orientierung im ,Werbe-Dschungel' zu geben."


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde