Nachschlag bei Fiction :
So stellt sich RTL mit Serien auf – gegen Netflix und Co.

Serien, Sitcoms, Filme: RTL verkündet, wie mit Eigenproduziertem um den Zuschauer gekämpft wird, den Streaminganbieter mit Serien umgarnen.

Text: Petra Schwegler

Mit David Rott als "Bad Cop" geht RTL von Donnerstag an in die Fiction-Offensive.
Mit David Rott als "Bad Cop" geht RTL von Donnerstag an in die Fiction-Offensive.

Bei RTL wird Fiction in der kommenden Serien noch größer geschrieben: Der Kölner Privatsender will gleich mit ein paar neuen eigenen Formaten an den Start gehen. So sind für den Herbst und das kommende Frühjahr fünf neue Serien vorgesehen, die RTL bereits pilotieren und verkünden ließ. Hinzu kommen aber noch zwei neue Sitcoms mit jeweils zehn Folgen. Und zwei Romanverfilmungen. Klar: Es gilt, den großen Streaminganbietern wie Amazon oder Netflix mit immer mehr regionalen Inhalten Paroli zu bieten.

So sieht die Fiction-Offensive bei RTL aus:

- Zunächst startet an diesem Donnerstag um 21.15 Uhr die Krimiserie "Bad Cop - kriminell gut" mit David Rott in einer Doppelrolle, in der er zwei sehr ungleiche Brüder in Hamburg spielt. Die Serie ist bereits seit vergangenem Donnerstag auf Abruf bei TVnow.de zu sehen, dem nonlinearen Angebot aller Sender der RTL-Gruppe. Ähnliches ist auch für die anderen neuen Serien geplant.

- Im Herbst und im Frühjahr sollen dann vier weitere Serien anlaufen, darunter je zwei Formate, in denen Anwälte im Mittelpunkt stehen:
"Jenny - echt gerecht!" (mit Birte Hanusrichter) und "Beck is back!" (mit Bert Tischendorf).
In "Lifelines" (mit Jan Hartmann) verschlägt es einen Ex-Truppenarzt an ein ziviles Krankenhaus, und "Sankt Maik" (mit Daniel Donskoy) handelt von einem Trickbetrüger, der mittels einer Soutane der Polizei entkommen will.

- Die Dauer-Serien "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei" (31. Staffel) und "Der Lehrer" (7. Staffel) sind gerade wieder angelaufen. Sie werden beide fortgesetzt.

- Das gilt ebenso für die nach Quoten erfolgreiche Sitcom "Magda macht das schon" mit Verena Altenberger.

- Neu hinzu kommt im nächsten Jahr ”Beste Schwestern“ mit Mirja Boes und Sina Tkotsch. Die beiden Formate "Triple Ex" (mit Diana Staehly) und "Nicht totzukriegen" (mit Jochen Busse) vom Frühjahr 2017 werden hingegen nicht fortgesetzt.

- Auch zwei neue Spielfilme kommen 2018 Jahr ins Programm: "Passagier 23" und "Das Joshua Profil" sind die Verfilmungen zweier Romane von Sebastian Fitzek. Weitere TV-Event-Movies sind derzeit nicht geplant.

Mehr Eigenproduziertes - weniger US-Fiction

RTL-Senderchef Frank Hoffmann sagte bei Präsentation in Hamburg, dass er "einer ganz eigenen Mischung aus Humor und Relevanz" gute Chancen einräume. Der 51-Jährige will im Programm sogar mehr Raum für eigenproduzierte Fiction schaffen: "Für die diversen neuen Serien werden wir im kommenden Jahr einen zweiten Primetime-Sendeplatz eröffnen." US-Produktionen würden dagegen zurückgefahren.

So kann diese neue Offensive - zur Freude der deutschen Produzenten - zum einen als eine Antwort auf immer mehr Angebote bei den großen Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime, zum anderen auf den Zuschauerschwund bei den US-Serien verstanden werden. Amazon zum Beispiel arbeitet auch mit der RTL-Group-Tochter Ufa zusammen und produziert jetzt ”Deutschland 86“ als Fortsetzung von ”Deutschland 83“, das bei RTL im linearen TV nicht so gut beim Publikum ankam.

Frank Hoffmann glaubt dennoch an die Zukunft des linearen Fernsehens. "Der Zuschauer wird immer Lust haben auf das klassische Fernsehen, auch wenn nicht alle jungen Menschen von den Online-Anbietern zurückkommen werden zum linearen Fernsehen." Für die sei TVnow.de da – daher zeigt sich Hoffmann insgesamt gesehen "sehr zuversichtlich".

ps/dpa


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.