Auch finanziell ist die Reihe ein Triumph. Laut Bloomberg betrugen die Produktionskosten nur 21,4 Millionen Dollar, also knapp 2,4 Millionen Dollar für jede der neun Folgen der ersten Staffel.

Einspielen soll "Squid Game" durch neue Abonnenten und die Weiterverwertung der Inhalte durch Netflix dagegen 891,1 Millionen Dollar. Spätestens mit der zweiten Staffel geht es dann über die Milliarden-Dollar-Marke.

Persönliche Erfahrungen seiner Familie mit Armut und Schulden in der Finanzkrise 2008 hatten Hwang Dong-hyuk einst auf den Plot gebracht.

Elemente aus der Serie wie eine riesige Puppe mit Kameraaugen und die einschüchternden Masken der Wächter sind in kürzester Zeit zu Ikonen des Internets geworden und tauchten 2021 oft als Halloween-Kostüme auf.

In einigen Ländern stellten Kinder die Todesspiele auf Schulhöfen nach. So sprach Bayerns Landeskriminalamt jüngst von "vereinzelten verdächtigen Wahrnehmungen im Zusammenhang mit der Fernsehserie". Es seien aber keine Fälle von Körperverletzungen oder Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Spiel an bayerischen Schulen bekannt.

Auch Gi-hun kehrt zurück

Für die Fortsetzung dürfte Hwang Dong-hyuk ein deutlich höheres Budget zur Verfügung haben. Aber nicht nur deswegen ist seine Lust auf neue Folgen groß: "Es gab so viel Druck, so viel Nachfrage und so viel Liebe für eine zweite Staffel. Da habe ich fast das Gefühl, dass man uns keine andere Wahl lässt." Zum Inhalt verrät der Regisseur nur, dass Hauptdarsteller Lee Jung-jae wieder den spielsüchtigen Seong Gi-hun geben wird: "Ich verspreche: Gi-hun kommt zurück – und er wird etwas für die Welt tun."

Einen Starttermin gibt es noch nicht. Aber Netflix verkürzt die Wartezeit mit drei älteren Filmen von Hwang Dong-hyuk, die der Streamingdienst jetzt eingekauft hat.

 mit dpa

 



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.