Videostreaming-Studie von Bild und Telekom :
Städter aus dem Mittelstand zahlen für Streaming

Der beliebteste Streamingdienst allerdings ist kostenlos und werbefinanziert: Youtube liegt mit Abstand vor Amazon Video und Netflix. Das zeigt die Studie zur "Digitalen Familienkommunikation".

Text: Susanne Herrmann

Männlich, Mittelstand, Stadtbewohner, Mitte 30: So sieht der typische Nutzer von Amazon und Netflix aus. Meist hat er eine Beziehung.
Männlich, Mittelstand, Stadtbewohner, Mitte 30: So sieht der typische Nutzer von Amazon und Netflix aus. Meist hat er eine Beziehung.

Youtube nutzen 48 Prozent der Deutschen. Danach folgen - mit Abstand - die kostenpflichtigen Angebote von Amazon Video (23 Prozent) und Netflix (20 Prozent), Rang vier belegen die Abrufdienste von Sky (13 Prozent). Neun Prozent gucken Maxdome. Das ist das Ergebnis einer Studie zur "Digitalen Familienkommunikation", die das Münchner TNS-Institut im Auftrag von Techbook.de (ein Portal von Bild) und der Deutschen Telekom ermittelt hat. 2000 Erwachsene wurden dazu online befragt.

Junge lieben Youtube

Videos gucken auf Youtube, das gehört in allen Altersgruppen zum Alltag: Der Preis für das Gucken der Clips wird nicht in Euro, sondern in Werbezeit entrichtet. Das Videoangebot reicht von ultrakurz bis lang - und von Amateurfilm bis Profi-Clip. Zwar schauen vor allem jüngere Menschen von 18 bis 29 Jahren dort regelmäßig Videos (78 Prozent), aber auch ein Viertel der Menschen über 60 Jahren nutzt diesen Streamingdienst mindestens einmal in der Woche.

Zuschauer- und Altersstruktur der Streamingnutzer.

Zuschauer- und Altersstruktur der Streamingnutzer.

Der Paid-VoD-Nutzer ist ein Mann Mitte 30

Gut zwei Drittel der Nutzer der Serien- und Filmangebote von Amazon Video und Netflix (je 67 Prozent) sind der Befragung zufolge männlich. Der Durchschnittsnutzer von Netflix ist 33 Jahre alt, das Amazon-Publikum 36. Bei Sky on Demand und Sky Ticket schauen Menschen zwischen 30 und 39 am häufigsten zu.

Noch signifikanter ist der Beziehungsstatus: 79 Prozent der Amazon-Video-Kunden sind in einer Beziehung, bei Netflix 76 Prozent. Singles haben offenbar Besseres zu tun als Bingewatching.

Für Streaming bezahlen ist was für den Mittelstand

Am häufigsten werden Netflix und Amazon Video von Menschen mit einem mittleren Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 bis unter 4.000 Euro abonniert: 25 Prozent der Menschen aus dieser Einkommensschicht nutzen Amazon Video und 23 Prozent Netflix. Ihr Geld verdienen die meisten Paid-VoD-Abonnenten als Angestellte (Netflix: 42 Prozent, Amazon Video: 37 Prozent). 75 Prozent der Nutzer von Amazon Video und 70 Prozent der Netflix-Nutzer haben keinen Migrationshintergrund.

Wenig überraschend: Streaming ist ein Hobby der Stadtbevölkerung. Was nicht zuletzt an der Infrastruktur auf dem Land liegt. In Orten mit einer Einwohnerzahl von 100.000 bis unter 500.000 Einwohner streamen 21 Prozent Netflix und 20 Prozent Amazon Video. In Dörfern nutzen nur fünf Prozent Netflix und acht Prozent Amazon Video.

Sehr wohlhabende Leute haben keinen Sinn für Paid-VoD.

Sehr wohlhabende Leute haben keinen Sinn für Paid-VoD.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten. Und außergewöhnliche Werbekampagnen.