Das Ziel sei, Produkte und Prozesse soweit wie möglich zu standardisieren. Andernfalls käme Store2be nur schwerlich mit Agenturen ins Geschäft – der neue Fokus des Startups. Anfangs bauten Braumann und seine drei Mitgründer noch auf das Direktkundengeschäft. Doch bei großen Aktionen sind fast immer Agenturen involviert. Das dürften ihm auch die Mentoren von P&G erklärt haben, bei denen Store2be in ein Förderprogramm für Startups gelangte.

Deshalb klopften Braumann und sein Team zuletzt bei vielen Agenturen an. "Das Hauptargument ist die Vereinfachung von Buchungsprozessen. Also keine Telefonate durch Instanzen, keine Mails und Vorort-Termine." 15 Agenturen hat er schon überzeugt. Darunter sind Spezial- und Promotion-Agenturen wie Follow Red (ehemals Roth und Lorenz) sowie East End und UAM Experience.

Verkauf von Ströer-Flächen

Inzwischen sind solche Prozesse eingespielt. Seit Anfang des Jahres vereinbart Braumann sogar fixe Rahmenverträge mit Agenturen, ein weiterer Schritt zum Vermarkter à la Ströer. Wobei sich Store2be nicht als Konkurrenten versteht. Im Gegenteil: Mit Ströer besteht eine fixe Vereinbarung, wonach OoH-Werbeflächen des Kölner Branchenprimus als Teil von Promotion-Aktionen hinzugebucht werden können. "Ohne Preisaufschlag", worauf Braumann explizit hinweist.

Die Agenturen lassen sich gerne helfen. Kein Wunder, das Geschäft brummt. "Wir erleben einen signifikanten Aufschwung im Bereich Markenerleben", sagt Oliver Golz, Geschäftsführer von East End Communications. Seine Agentur für Brand Experience wuchs zuletzt stets mit mehr als 20 Prozent.

Ein Grund, der das Agenturgeschäft befeuert, ist die Möglichkeit zur Messung. "Event Analytics helfen nicht zuletzt Agenturen, die Berechtigung des Kanals innerhalb des Mediamixes zu untermauern", sagt Braumann. Dafür hat Store2be ein System entwickelt, das über die Smartphones der Konsumenten die Zahl der Kontakte misst. Genutzt wird hierfür die Wlan-Suchfunktion von Mobilgeräten. Kunden setzen das System inzwischen auf Messen ein, um Besucherzahlen in einzelnen Ecken von Ständen zu erfassen. So ausgefeilt ist die Technik.


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.