Ein wachsendes Problem sind außerdem so genannte Kodi- oder Plex-Boxen. Das sind smarte Empfangsgeräte, die Zugang zu sämtlichen Streaming-Angeboten aus dem Netz ermöglichen – sowohl den legalen wie den illegalen. 36 Prozent der Schwarz-Seher verwenden diese Streaming-Boxen.

Das Piraterie-Problem betrifft vor allem Bezahlsender wie Sky oder Eurosport – aber nicht nur. Betroffen sind laut Vaunet auch kostenpflichtige HD- und HDTV-Signale von Free-TV-Kanälen.

Schwarz-Sehen ist "einfach"

Die Bezahlschranken zu umgehen, ist offenbar nicht so kompliziert. 80 Prozent der von Goldmedia befragten Zuschauer bewerten den Zugang zum illegalen Fernsehvergnügen als „einfach“, 28 Prozent sogar als „sehr einfach“. Auch das Unrechtsbewusstsein ist nicht sehr ausgeprägt. 40 Prozent finden die Nutzung dieser Angebote „vollkommen in Ordnung“. Die Mehrheit der Illegal-Gucker ist jünger als 30 Jahre alt und männlich. Als Hauptgrund nennen diese Nutzer die zu hohen Kosten für ein Bezahl-Angebot.

„Für private Medienanbieter kommen die illegal gekaperten TV-Signale einer Enteignung gleich“, kritisiert Vaunet-Geschäftsleiter Frank Giersberg. Verbandsgeschäftsführer Harald Flemming appelliert an die Politik. „Die Rechtsdurchsetzung zum Schutz der Signalintegrität muss ein Priorität der Medien- und Wirtschaftspolitik sein“.


Autor:

Thomas Nötting
Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.