Die Berliner Zeitung erklärte daraufhin, dass Friedrich dem Herausgeber und der Chefredaktion den Hinweis gegeben habe, dass Centogene Weltmarktführer in der gentechnischen Analyse sei und dessen Börsengang ein Anlass zur Berichterstattung sein könnte. "Weder der Chefredaktion noch den beiden Wissenschaftsredakteuren war zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass Holger Friedrich an dem Unternehmen beteiligt ist. Wäre das anders gewesen, hätte die Redaktion diese Information in den Artikel mit aufgenommen", hieß es.

Redaktionsstatut und -Beirat für Berliner Zeitung

Derweil planen die Redakteure von Berliner Zeitung und Berliner Kurier die Einrichtung eines gemeinsamen Redaktionsstatuts und die Gründung eines Redaktionsbeirats. Am Donnerstag wurde bei der Redaktionskonferenz beider Zeitungen dazu eine Arbeitsgruppe gegründet, wie der Leiter der Konferenz und Redakteur im Ressort Gesellschaft, Christian Schlüter, der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Davor hatte der Branchendienst Meedia berichtet.

Unter einem Redaktionsstatut versteht man eine Vereinbarung: Darin kann es etwa um Grundzüge der redaktionellen Arbeit gehen und um Abgrenzungen von Kompetenzen zwischen Redaktion und zum Beispiel Geschäftsführung.

Schlüter zufolge gab es bereits zwischen 2006 und 2017 ein Redaktionsstatut bei der Berliner Zeitung. Seither sei immer wieder überlegt worden, so etwas wieder zu etablieren. Die Nachfrage der dpa, ob die Vorfälle um den neuen Verleger mit dem jetzigen Vorhaben in direktem Zusammenhang stehen, kommentierte Schlüter nicht. (dpa/red)


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W&V Redaktion
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