TV-Vermarkter :
W&V-Vermarktercheck: Das sind die ersten Ergebnisse

W&V hat die deutschen TV-Vermarkter getestet. Beim großen W&V-Vermarktercheck geben die Fernseh-Verkäufer ein eher enttäuschendes Bild ab.

Text: Thomas Nötting

Fernsehvermarkter sind Gegenstand des W&V-Vermarkterchecks, Teil 1.
Fernsehvermarkter sind Gegenstand des W&V-Vermarkterchecks, Teil 1.

SevenOne Media ist der kundenfreundlichste deutsche TV-Vermarkter. Die Tochter des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 hat im neuen Vermarktercheck von W&V mit Abstand am besten abgeschnitten. Auf den weiteren Plätzen folgen die RTL-Tochter IP Deutschland und Visoon Video Impact. Der Gemeinschaftsvermarkter von Axel Springer und Viacom wurde erst vor einem Jahr gegründet.

Insgesamt fiel das Ergebnis für die getesteten Vermarkter eher mäßig aus. Nur die ersten vier erreichten mehr als zwei von fünf möglichen Punkten. Schlusslicht ist überraschend der drittgrößte TV-Vermarkter El Cartel Media.

Der Vermarktercheck wurde in diesem Jahr erstmals mit einer neuen Methodik durchgeführt. Sie wurde gemeinsam mit dem Münchner Mediaberater Jörg Blumtritt (Datarella) entwickelt. Herzstück ist eine Test-Anfrage, die eine Mediaagentur in Zusammenarbeit mit dem W&V-Vermarktercheck-Team an die Vermarktungsfirmen verschickt hatte. Adaptiert wurde dabei das Modell des so genannten Mystery Shoppings. Die TV-Unternehmen ahnten nicht, dass sie auf eine Probe gestellt wurden.

Die Anfrage kam von einem vermeintlichen Kunden, der den Start eines neuen Produkts plant. Deshalb müsse man den Namen auch geheim halten, so die Legende. Die Test-Anfrage enthielt zahlreiche Herausforderungen. So verlangte der Mystery-Kunde ausschließlich Sonderwerbeformen. Ein Angebot von der Stange war also nicht möglich. Außerdem wusste der vermeintliche Kunde offenbar genau, was er wollte. Das Briefing enthielt ausführliche Informationen zur Media- und Marketing-Zielgruppe sowie präzise Platzierungswünsche. An diesen Hürden scheiterten viele der getesteten Vermarkter. Nur wenige, wie etwa Sieger SevenOne Media, gingen wirklich detailliert auf die Anforderungen ein. Die meisten beschränkten sich auf mehr oder weniger allgemeine Darstellungen des Portfolios und gingen nicht ausreichend auf die Zielgruppen-Wünsche ein. So etwa der zweitplatzierte Konkurrent IP Deutschland und vor allem El Cartel Media. Die mangelhafte Reaktion der RTL II-Tochter auf die Test-Anfrage ist der Hauptgrund für die schlechte Platzierung.

Analysiert wurde außerdem die Kundenfreundlichkeit und die Informationstiefe der Vermarkter-Webauftritte. Geachtet wurde hier unter anderem auf die Auffindbarkeit von Ansprechpartnern für Neukunden sowie Informationen zu den Themen Marktforschung, Tarife und Sonderwerbeformen. Außerdem wurden Marktdaten des Forschungsunternehmens Ebiquity und Kennzahlen zur Mitarbeiterstruktur ausgewertet, die auf einer direkten Befragung der Vermarktungsunternehmen basierten. Die Ergebnisse wurden in einem Punktesystem von eins bis fünf zusammengefasst. Die Reaktion auf die Test-Anfrage wurde dabei höher gewichtet als die übrigen Kategorien.

Die Rangliste im W&V-Vermarktercheck - Teil 1: TV.

Die Rangliste im W&V-Vermarktercheck 2017 - Teil 1: TV.

Eine ausführliche Dokumentation der Ergebnisse und warum welcher Vermarkter wo steht, lesen Sie in der aktuellen Titelgeschichte von W&V.


Autor:

Thomas Nötting
Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.