Obwohl wieder ein paar mehr zahlende digitale Abonnenten dazugekommen sind - 384.729 sind es bei Bild, 79.449 bei der Welt - ist für den digitalen Journalismus noch keine stabile Finanzierungsbasis gefunden. Als positiv wertet Vorstandschef Mathias Döpfner, dass sowohl Google als auch Facebook 2018 digitale Abo-Modelle vorbereiten, die den Verlagen auch den direkten Kontakt zum Abonnenten ermöglichen.

Für das globale digitale Wirtschaftsmedium Business Insider kündigt Döpfner für 2018 immerhin den operativen Breakeven an.  Mit den 15 zusätzlichen Printtiteln (Blau, Politico, Der Griller, Fußball Bild etc.), die Springer in den vergangenen fünf Jahren auf den Markt gebracht hat ist Döpfner zwischen "mehr oder weniger" bis "höchst zufrieden".

2018 rechnet der Konzern wieder mit einem Anstieg der Umsatzerlöse im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Wachstum erhofft sich der Konzern dabei vor allem aus dem Rubrikengeschäft. Doch hier ist er auch am meisten verwundbar. Facebook greift nicht nur im Werbemarkt, sondern mit der Kleinanzeigenplattform Facebook Marketplace, die der Tech-Gigant seit vergangenen August auch in Deutschland betreibt, im Rubrikenmarkt an.

Um das Geschäft abzusichern will Döpfner die Rubrikenportale als allumfassende, mit journalistischen Inhalten angereicherte Plattform und Lösungsanbieter rund um Mobilität, Architektur, Wohnen und Einrichtung, Arbeit und Karriere entwickeln, die nicht nur einmal alle paar Jahre angesteuert wird, sondern durch informative Inhalte und Services zur regelmäßigen Nutzung einlädt. "We. For your needs."  heißt dabei der interne Leitspruch und das Video von der Zukunftsvision, das Springer auf einer Veranstaltung im vergangenen Jahr zum Thema vorgestellt hat.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.