Bauer, G+J und Jalag :
Warum die Verlagsbranche an Promi-Magazine glaubt

Im Ausland sind Personality-Magazine etabliert, hier nimmt das Segment an Fahrt auf. Eine ganze Reihe von Promis wird 2018 die Leser an den Kiosk locken.

Text: Franziska Mozart

Der One-Shot mit Daniela Katzenberger war erfolgreich. Nur geht ihr Magazin bei  Bauer in Serie.
Der One-Shot mit Daniela Katzenberger war erfolgreich. Nur geht ihr Magazin bei Bauer in Serie.

Menschen wollen es nicht mit anonymen Unternehmen zu tun haben, sondern spüren, dass da eine Persönlichkeit dahinter steht, ein echtes Gegenüber. Das nutzt momentan die Verlagsbranche für sich – im Ausland ist Personality-Magazine bereits etabliert, hier nimmt das Segment gerade an Fahrt auf.

Eine ganze Reihe von Promis wird 2018 mit eigenen Magazinen die Leser auch in Deutschland an den Kiosk locken. Gruner + Jahr stieß 2015 den Trend mit Barbara Schöneberger an, inzwischen, bzw. in den kommenden Monaten kommen Joko Winterscheid und Eckart von Hirschhausen (alle Gruner + Jahr) sowie Daniela Katzenberger (Bauer), Johann Lafer und Johannes Wimmer (Jahreszeiten Verlag) dazu.

Gute Nachrichten aus der Printbranche: Hier geht was. Die erste Ausgabe von Stern gesund leben mit Eckart von Hirschhausen war so schnell ausverkauft, dass sie nachgedruckt wurde. Der One-Shot mit Daniela Katzenberger bekräftigte Bauer darin, ab März ein vierteljährlich erscheinendes Magazin zu produzieren.

Was für diese Promis spricht

Allen diesen Persönlichkeiten ist gemeinsam, dass sie eine eigene Marke sind, das ist die Voraussetzung, außerdem ein "hoher Bekanntheitsgrad und eine eigenständiges Profil", so eine Sprecherin von Gruner + Jahr. Allerdings: "Idee und Prominenter – beides muss gut in die Zeit passen. Ein bekanntes Gesicht allein macht noch kein erfolgreiches Magazin."

Für Bauer mit Daniela Katzenberger war wichtig, dass sie nicht nur ein bekanntes TV-Gesicht ist, "sondern auch in den sozialen Medien eine zunehmend wachsende Fan-Community aufgebaut hat, mit der sie im regen Austausch steht", so Walter A. Fuchs, Verlagsgeschäftsführer. "Auf Facebook folgen ihr rund 2,6 Millionen Fans und auf Instagram hat sie über 789.000 Follower." 40.000 Exemplare der Erstausgabe konnte Bauer verkaufen. Für das vierteljährlich erscheinende Heft ab 18. April ist eine Auflage von 100.000 geplant.

Die Erstauflage von Lafer, erschienen im Jahreszeiten-Verlag (Jalag), erreichte rund 75.000 Exemplaren und konnte vom Start weg 5000 Leserinnen von einem Abo überzeugen. Wichtig für den Verlag war die Ausweisung der GfK. Sie sieht Johann Lafer als die bekannteste, beliebteste und angesehenste kulinarische Persönlichkeit Deutschlands. Für die weiteren Ausgaben rechnet der Verlag daher auch mit einer weiteren Auflagensteigerung und glaubt an das Segment.

Der nächste Neuzugang

Am 28. Februar erscheint "Dr. Wimmer" in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Arzt Dr. Johannes Wimmer. Im Netz ist er unter dem Namen Dr. Johannes bekannt als Gesundheitsberater. Das Heft soll ein "Doctainment-Magazin" werden.

Jalag versucht sich an einem bekannten Internet-Doc.

Jalag versucht sich an einem bekannten Internet-Doc.

Die Promi-Hefte suggerieren Nähe und profitieren davon, dass wir es als Leser mit einem greifbaren Du zu tun haben wollen. Wir vertrauen diesen Menschen (und ihren Produkten) eher, wenn wir glauben, sie ein bisschen zu kennen.

Auch wenn das eine Illusion ist. Es ist eine schöne Illusion.

Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe der W&V.

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