Zweiter bundesweiter DAB+ Multiplex :
Warum Digitalradio wächst

Bis zu 18 neue digitale Radioprogamme für DAB+ sind jetzt möglich: Medienanstalten wählen den Plattformbetreiber für den zweiten nationalen Sende-Multiplex aus.

Für DAB+ gibt es jetzt mehr Spielraum.
Für DAB+ gibt es jetzt mehr Spielraum.

„Nutzen Sie DAB+?”

Mit dem Zuschlag fürs Konsortium Antenne Deutschland GmbH & Co. KG als Plattformbetreiber für den zweiten nationalen DAB+ Multiplex ist der erste Schritt zur Digitalradio-Expansion getan. Zu bisher 13 national verbreiteten digitalen Programmen kommen nun bis zu 18 weitere bundesweit ausgestrahlte private hinzu, die auf dem so genannten zweiten Bundesmux einen Sendeplatz finden sollen.

Das von den Medienanstalten erwählte Anbieter-Paar – die Nürnberger Absolut Digital GmbH & Co. KG der Oschmann-Gruppe, vertreten durch Geschäftsführer Willi Schreiner, und der Kölner Netzbetreiber Media Broadcast mit Geschäftsführer Wolfgang Breuer – nimmt nun im nächsten Schritt Bewerbungen von kommerziellen Programmanbietern entgegen, die auf dem neuen Bundesmux DAB+ machen wollen. Beide mischen als Programmveranstalter beziehungsweise Plattformbetreiber seit Jahren bei DAB+ mit. 

Aber zurück zur Plattform-Lizenz: Für den Betrieb hatten sich insgesamt 4 Bewerber interessiert. Zwei davon waren Absolut und Media Broadcast im Alleingang – bis ein Verständigungsverfahren unter Moderation der Zulassungskommission ZAK der Medienanstalten die beiden Interessenten zusammengeschweißt hat.

Leer ausgegangen sind nach "intensiver Befassung und Anhörung" der Bewerber durch die Medienanstalten die DABP GmbH um den Leipziger Investor Steffen Göpel und die Münchner Radio Digital GmbH um Geschäftsführer Caspar Schilgen. Dahinter stand eine Investorengruppe mit einigen ehemaligen Mitstreitern der gescheiterten Nachrichtenagentur dapd.

Warum Absolut und Media Broadcast?

Das begründen die Medienwächter in der Mitteilung zur Vergabe so: "Mit der Antenne Deutschland GmbH & Co. KG bekommt ein als Programmveranstalter und Netzbetreiber erfahrener Player den Zuschlag, bei dem wir erwarten können, dass es auch zügig losgeht." Media Broadcast – seit 2011 Betreiber des Bundesmux 1 - beweist mit dem Engagement überdies, dass die Strategie  nach dem Verkünden des UKW-Sendernetz-Verkaufs eindeutig aufs Übertragen von digitalem Radio und TV gerichtet ist. 

Der zweite Bundesmux steht unter einem guten Stern: Gerade eben haben sich die Marktpartner auch im Marketing zu einem neuen Anlauf fürs digitale Radio durchgerungen. Seit einigen Wochen wird DAB+ mit neuem Corporate Design und einer ersten Kampagnenphase begleitet, in ARD-Wellen laufen diverse Aktionen und Gewinnspiele zu Empfangsgeräten. DAB+ erhielt Anfang Mai ein komplett neues Markendesign, das die ARD Koordination Kommunikation und Marketing DAB+ im Auftrag des Digitalradio Vereins entwickelt hatte.

Wer will nun senden?

Interesse wird den bekannten deutschen Radiomarken wie etwa FFH oder Regiocast nachgesagt – aber auch Bauer. Der Hamburger Verlag, der mit digitalem Radio vor allem in Großbritannien große Erfolge erzielt hat, hatte in der Vergangenheit immer wieder großes Interesse an DAB+ signalisiert - sollten die Rahmenbedingungen in Deutschland stimmen. Wer weiß, ob sich nicht bald Bauer-Radiomarken in DAB+ auf dem zweiten Bundesmux tummeln werden? 

Noch steht aber die Frage im Raum: Wer hört es? Im vergangenen Jahr nutzten laut den Digitalradio-Initiatoren knapp 14 Prozent der Bevölkerung DAB+ regelmäßig, das sind fast zehn Millionen Menschen (9,53 Millionen Personen ab 14 Jahren). Das waren 2,1 Millionen mehr als 2015. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der verbauten DAB+ Autoradios von zwei auf drei Millionen. Laut GfK wurden zudem im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen neue Empfänger fürs digitale Radio gekauft.

Und was ist mit Ihnen? Stimmen Sie ab:

„Nutzen Sie DAB+?”


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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