Mehr als 70 Prozent der Interviewten gaben an, sicher weiterhin digitale Inhalte kostenpflichtig zu nutzen. Nur sechs Prozent der Teilnehmer wollen sicher nicht mehr kaufen - die Umsätze dürften also im laufenden Jahr weiter steigen.

Die Fake News-Debatte als Katalysator

Im journalistischen Bereich hat laut Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer, besonders ein Aspekt die Zahlungsbereitschaft der Leser gesteigert: "Die Debatte um Fake News hat im vergangenen Jahr den Wert von Qualitätsjournalismus und die damit verbundene Akzeptanz von Paid Content sehr positiv beeinflusst." Würden Facebook und Google nun ihre Ankündigungen wahr machen, Bezahlangebote auf ihren Plattformen integrieren, so Döpfner weiter, "haben wir 2018 den nächsten Meilenstein erreicht."

Aktuell funktioniert die Zusammenarbeit mit Google besser als mit Facebook, so die mehrheitliche Meinung der internationalen Medienmanager beim Paid Content Summit: Google sei bislang "deutlich kooperativer". Beiden Konzernen wird insbesondere beim Vertrieb von Digitalabos künftig großes Potenzial zugeschrieben.

Content Studie

Die Publisher selbst müssen jedoch auch ihren Anteil beitragen. Schlüsselfaktoren bei der Weiterentwicklung der Bezahlangebote sind in inziwschen laut Umfrage vor allem die Optimierung der "User Flows", die 86 Prozent der befragten Manager beim Summit nannten. Außerdem essentiell: Investitionen in journalistische Inhalte (78 Prozent) und mehr Datenkompetenz in den Redaktionen (77 Prozent).

Jon Slade, Chief Commercial Officer der Financial Times, nannte einen weiteren Erfolgsfaktor für 2018: "Manchmal verkomplizieren wir unsere Angebote an die Nutzer. Daher wird Einfachheit der Schlüssel sein." Und Espen Egil Hansen, Herausgeber Aftonposten, mahnt die nachhaltige Bindung der Leser an: "Sie suchen unsere Angebote in der Regel nicht täglich auf. Deshalb wird die Steigerung des User Engagements und der Kundenbindung die größte Herausforderung für uns sein."


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde