"Unangreifbare Marktposition"

Zwar räumen die Wettbewerbshüter ein, dass die Services von Google und Facebook von den Nutzern sehr geschätzt würden und dass sie kleinen Unternehmen helfen könnten, neue Kunden zu erreichen. Doch hätten die beiden Technologiefirmen inzwischen "eine derart unangreifbare Marktposition erreicht, dass potenzielle Wettbewerber nicht mehr zu gleichen Bedingungen konkurrieren" könnten.

"Was wir herausgefunden haben ist besorgniserregend", sagt Andrea Coscelli, Chief Executive Officer der CMA. "Wenn die Marktmacht dieser Firmen ungebremst bleibt, werden Menschen und Unternehmen den Kürzeren ziehen."

Speziell wies die Wettbewerbsbehörde dabei auch auf die Situation der Nachrichtenmedien hin, die "kaum eine andere Wahl" hätten, als die Bedingungen von Facebook und Google zu akzeptieren. Hierzu gehörten unter anderem "plötzliche und nicht transparente Änderungen bei den Such-Algorithmen", die einen enormen Einfluss auf den Traffic einer Website hätten.

Online-Newssites erhalten laut CMA zudem einen niedrigeren Anteil an den Werbeerlösen, als ihnen eigentlich zukomme. Dies würde "auch die Anreize und die Möglichkeit verringern, in Nachrichten und anderen Online-Content zu investieren – zum Nachteil derer, die solche Angebote nutzen und schätzen, sowie der breiteren Öffentlichkeit". Eine stärkere Konkurrenz für Google und Facebook, so die Wettbewerbshüter, könnte auch dazu führen, dass "sich die Qualität und Genauigkeit des Journalismus verbessert und sich die Verbreitung sogenannter Fake News reduziert".



Franz Scheele
Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.