Condé Nast enthüllt Strategie ohne Print :
Wie es mit Wired weitergeht

Aus fürs Quartalsheft, mehr Schub für Wired.de: Condé Nast positioniert die Lifestyle-Tech-Marke als journalistisches Angebot für "disruptive Technologien" neu - ohne Chefredakteur Nikolaus Röttger.

Text: Petra Schwegler

Was von Wired übrigbleibt ...
Was von Wired übrigbleibt ...

Wired wird in Deutschland nun doch nicht mehr gedruckt. Wie Condé Nast am Mittwoch verkündet, wird die Lifestyle-Tech-Marke künftig nur noch in digitaler Form weiterleben. "Die bislang quartalsweise erscheinende Printausgabe von Wired wird in der bisherigen Form vorerst nicht fortgeführt", heißt es.

Ende Januar hatten die Münchner eingeräumt, dass die Zeitschrift zumindest im ersten Halbjahr mit den zwei geplanten Quartalsausgaben pausieren soll. Damals wurde auf eine neue Markenstrategie hingewiesen.

Die Detailplanungen für eine künftige Ausrichtung liegen jetzt vor. Demnach zieht das Team von Wired Germany von Berlin nach München, um dort in der Verlagszentrale von der digitalen Infrastruktur besser profitieren zu können. Chefredakteur Nikolaus Röttgerseit Start im Jahr 2014 im Amt - hat dem Verlag zufolge die redaktionelle Verantwortung abgegeben. Er werde aber die Übergangsphase noch bis zum Sommer beratend begleiten, heißt es. Am Standort München soll Wired dann eine neue Redaktionsleitung bekommen.

Alles wird an Wired.de ausgerichtet

Generell gilt: Die Marke "richtet sich mit digitalem Fokus neu aus". Es gibt damit künftig nur noch das Portal Wired.de, das als journalistisches Angebot für "disruptive Technologien" neu positioniert werden soll. Zu finden sein sollen dort Beiträge, News und Einordnungen zu Themen wie Blockchain, Internet of Things, Artificial Intelligence oder Mobilitätstechnologien. Die engere Anbindung an die zentrale Digitalunit in München mit den Produkt-, Tech- und Audience-Development-Teams solle das erfolgreiche digitale Wachstum von Wired.de weiter beschleunigen, teilt Condé Nast weiter mit.

Moritz von Laffert, Herausgeber von Condé Nast Deutschland, kommentiert die neue Markenstrategie so: "Der klare Fokus auf unser digitales Geschäft wird dazu beitragen, Wired als journalistische Informations- und Orientierungsquelle zu den großen technologischen Umbrüchen unserer Zeit noch schärfer zu profilieren."

Die letzten drei Printausgaben des Quartalsheftes Wired.

Die letzten drei Printausgaben des Quartalsheftes Wired.

Wired hat seinen Ursprung in den USA und wurde 1993 in San Francisco gegründet. 1998 übernahm Condé Nast den Titel. Ab 2011 erschienen erste Testausgaben in Deutschland. 2014 startete Wired Germany am Redaktionsstandort Berlin. Themenschwerpunkte sind bisher in Print und Netz Technologie, Digitalkultur und Design.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.