Der Intermedia-Rabatt dürfte dem Kartellamt vom Start weg bekannt sein. Als das Projekt 2009 von der IP vorgestellt worden ist, war die Kartellstrafe aus dem Herbst 2007 noch recht frisch. Das Bundeskartellamt hatte damals das Verfahren gegen die Senderfamilien gegen Zahlung eines Bußgeldes beendet. 120 Millionen Euro Bußgeld musste SevenOne auf sich nehmen, IP 96 Millionen. Das Kartellamt sah im Wesentlichen die Vereinbarung von so genannten Share-Deals zwischen SevenOne beziehungsweise IP und den Mediaagenturen - die zuletzt in der Buchungssaison 2006 angewendet wurden - als eine vertikale Wettbewerbsbeschränkung an.

In der Folge stellten beide Vermarkter komplett neue Marktmodelle vor – IP mit mehr, SevenOne erst einmal mit weniger Erfolg. Jede Änderung wurde daraufhin mit dem Kartellamt besprochen – und auch die Intermedia-Rabatte dürften damit der Bonner Behörde vorgelegt worden sein, stehen doch beide Häuser weiter unter Beobachtung der Kartellwächter.

Durchaus aber könnte sich im Markt bei den aktuellen Jahresplanungen eine Verschärfung des Gattungswettbewerbs bemerkbar machen. Ganz offen hat zuletzt ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling die Losung ausgegeben, dass das Fernsehen Marktanteile von den Printmedien will. Kritik wird im Printlager auch laut, weil SevenOne mit den Plänen für regionalisierte Werbung im Kabelnetz Ernst macht – die Märkte vor Ort waren bislang Domäne von Print, Radio oder Lokal-TV.

ps/jmk



Petra Schwegler, Redakteurin
Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.