Initiative als Antwort auf Kritik :
"Wir sind deins": ARD erklärt sich in Public-Value-Kampagne

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk steht in der Kritik. Die ARD-Anstalten wollen nun ihren Wert für die Gesellschaft besser vermitteln.

Text: W&V Redaktion

Weltmeister! Mario Götze beim 1:0 gegen Argentinien im Finale der WM 2014 - die ARD feiert in der Kampagne ihre großen Momente.
Weltmeister! Mario Götze beim 1:0 gegen Argentinien im Finale der WM 2014 - die ARD feiert in der Kampagne ihre großen Momente.

"Wir sind deins". Unter dem Motto steht eine Kampagne der ARD. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nennen es allerdings eine "Public-Value-Aktion". Denn es geht um Offenheit - und um eine "bessere Vermittlung des Werts des öffentlich-rechtlichen Rundfunks".

In den vergangenen Monaten sehen sich ARD und ZDF zunehmend Vorwürfen ausgesetzt, die Rechtspopulisten im Schlagwort "Staatsfunk" zusammenfassen. Umso wichtiger, Unabhängigkeit und gesellschaftliche Bedeutung eines eben nicht vom Staat gelenkten, aber auch nicht allein von wirtschaftlichen Interessen getriebenen Rundfunks deutlich zu machen. "Der Claim 'Wir sind deins' bringt unsere Haltung auf den Punkt", sagt der ARD-Vorsitzende, BR-Intendant Ulrich Wilhelm. "Die ARD dient der Gesellschaft. Dafür wollen wir nicht nur 'senden', sondern auch' empfangen': So setzen wir in den verschiedenen Landesrundfunkanstalten auch auf einen verstärkten Dialog mit unserem Publikum, um mehr Transparenz zu bieten und mehr Wissen über die ARD zu vermitteln."

Breite Bewegtbild-Kampagne mit Programm-Highlights

Die ARD und seine dritten Programme machen das mithilfe von Spots im Fernsehen, Radio und Internet; die ersten sind ab 11. Juni auf Sendung. Die widmen sich unter anderem den Programmhöhepunkten. Für die ARD sind es "Momente, die die Menschen in Deutschland verbinden" und über die gesprochen wird: zum Beispiel das Finale der Fußball-WM 2014, die sonntägliche Krimireihe Tatort, die Millionen Menschen erreicht, aber auch Ereignisse wie die Hochwasserkatastrophe an der Elbe vor einigen Jahren, die zu einer beispielhaften Solidaritätsbewegung geführt hat.

Neben den deutschlandweiten Spots wird es Filme mit regionalen Bezügen in den Dritten Programmen der ARD sowie Radiotrailer geben. Darin erzählen Menschen von Ereignissen, die sie in den Programmen der ARD miterlebt haben, kombiniert mit Aussagen von Vertreterinnen und Vertretern des Senderverbunds. Die Spots verdeutlichen die Besonderheit der föderalen ARD-Familie: Die ARD ist multimedial, in der Region tief verankert und kann die Menschen in ganz Deutschland über ihr vielfältiges Hörfunk-, Fernseh- und Online-Angebot miteinander verbinden. 

Haltung zeigen und erklären

Die Aktionswebseite Wir sind deins, die einige der Spots zeigt, liefert auch Informationen zur Haltung der Rundfunkanstalt. "Die ARD dient der Gesellschaft. Dieses Selbstverständnis prägt die Arbeit unseres Medienverbunds. Maßstab und Ziel unseres Handelns ist es, unseren demokratischen, sozialen und kulturellen Auftrag bestmöglich zu erfüllen und nach den Bedürfnissen der Menschen auszugestalten. Für uns zählt nur der Beitrag zum Gemeinwohl."

Wert legen die Verantwortlichen darauf, dass die ARD "nicht nur senden", sondern auch "empfangen" wolle. Das bedeute, "Fragen zu beantworten und Anregungen aufzunehmen, um die Zukunft der ARD und ihrer Programmangebote gemeinsam zu gestalten". Bisherige Maßnahmen wie Veranstaltungen, Mitmach-Aktionen und im Social Web sollen ausgeweitet werden.
 
"Unser gemeinsamer freier Rundfunk leistet einen wichtigen Beitrag für unser Gemeinwesen und unsere Demokratie. Genau darüber wollen wir mit den Menschen, die unseren Rundfunk solidarisch finanzieren, ins Gespräch kommen", sagt MDR-Intendantin Karola Wille, die die Aktion in ihrem ARD-Vorsitz vergangenes Jahr ins Leben gerufen hatte. "Wir wollen zeigen, was uns zusammenhält, aber auch deutlich machen, dass ein unabhängiger freier Rundfunk keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir gemeinsam alles dafür tun sollten, ihn zu bewahren und für die Gesellschaft und jeden Einzelnen weiterzuentwickeln."


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W&V Redaktion
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