Sehdauer von Video-Ads:
Facebook räumt Messfehler bei Videonutzung ein

Facebook hat sich bei der Messung der Sehdauer von Video-Anzeigen verkalkuliert. Dieser Fehler könnte alte Diskussionen neu entfachen.

Text: W&V Redaktion

Facebook muss einen Messfehler bei der Sehdauer einräumen.
Facebook muss einen Messfehler bei der Sehdauer einräumen.

Facebook hat Ärger: Laut dem "Wall Street Journal" hat sich die Plattform bei der Messung der Sehdauer von Video-Anzeigen verkalkuliert. Facebook soll diesen Fehler zuerst im "Hilfebereich für Werbetreibende" eingeräumt haben, schreibt das Blatt. Außerdem informierte das Unternehmen große Agenturen.

Publicis Media erklärte den eigenen Kunden die Probleme in einem Brief, der dem "Wall Street Journal" vorliegt. Diese Zahl alarmierte die Marken: Die durchschnittliche Nutzungszeit wurde zwei Jahre lang um 60 bis 80 Prozent zu hoch ausgewiesen. Der Grund: Es wurden nur Videos berücksichtigt, die mindestens drei Sekunden lang abliefen - und nicht alle Views.

Für Facebook ist der Fehler peinlich. Videowerbung hat für die Plattform mittlerweile einen hohen Stellenwert. Der US-Konzern verbreitet jetzt die Botschaft: Wichtig sei die Anzahl der Views oder der Ad Impressions.  Zudem werde die Viewability durch Dritte – Moat, Nielsen, Comscore und Integral Ad Science – verifiziert.

Auf W&V-Anfrage äußert sich OMW-Geschäftsführer Joachim Schütz zu diesem Fall: "Eine Leistung sollte generell nicht allein von demjenigen nachgewiesen werden, der sie erbracht hat. Hier fordern wir eine grundsätzlich unabhängige Messung und Prüfung durch Drittanbieter, besser noch über einen Marktstandard, der gleichzeitig auch noch die Vergleichbarkeit von Leistungsparametern über verschiedene Angebote hinweg garantiert. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig die von der OWM angestoßene und von relevanten Marktpartnern getragene Qualitätsoffensive für mehr Transparenz in der Werbewirkungsforschung ist." 

Ganz ähnlich die Haltung von Publicis Media Deutschland: "Es wird höchste Zeit, dass sich im Markt einheitliche Messstandards etablieren, die für alle Marktteilnehmer gelten. Die großen globalen Player prägen auch hierzulande den digitalen Werbemarkt, und wir werden nicht müde zu betonen, wie wichtig verlässliche, transparente und vergleichbare Leistungsnachweise für unsere Kunden sind", sagt Nicole Karepin, Director Communication bei Publicis Media Deutschland. (app/rp)

Hier das offizielle Facebook-Statement im Wortlaut: 

"We recently discovered an error in the way we calculate one of our video metrics. This error has been fixed, it did not impact billing, and we have notified our partners both through our product dashboards and via sales and publisher outreach. We also renamed the metric to make it clearer what we measure. This metric is one of many our partners use to assess their video campaigns."

Viewability: In order to provide the choices and transparency that marketers are looking for, we have expanded our 3rd party verification partner program to ensure the accuracy and validity of our viewability and attention metrics. In September, we announced that Moat was an approved verification partner. Now, the program will include three additional partners - Nielsen, Comscore and Integral Ad Science.

At Facebook, we take viewability very serious. Videos on Facebook start auto playing when 51 percent of the content is in the view field. A video view is counted after three seconds, which is pretty long considering that on average it takes a person 1.7 seconds to scroll over one story in News Feed. 3 seconds therefore is a strong signal, which we use to count a view.

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