Einkaufsverhalten:
Marken-Shops legten während der Krise zu

Eine Studie zeigt: Unabhängig vom Shoppingkanal sind die Konsument:innen überzeugt, dass sie ihre Kaufaktivitäten in nahezu allen Kategorien nach Aufhebung aller Restriktionen verstärken werden.

Text: Julia Gundelach

Insgesamt planen die Verbraucher:innen, wieder mehr Geld auszugeben.
Insgesamt planen die Verbraucher:innen, wieder mehr Geld auszugeben.

Die Verbraucher haben ihr Shopping-Verhalten im Laufe der Corona-Pandemie geändert, und vieles davon wirkt sich auch auf das künftige Kaufverhalten aus. Insgesamt sind die Deutschen überzeugt: Nach der Krise möchten sie wieder mehr einkaufen, egal, in welchem Kanal.

Mehr als 50 Prozent der deutschen Konsument:innen kauften vor Corona teilweise bis vollständig offline - während der Lockdowns wechselten dann viele zum Online-Shopping. Knapp 30 Prozent geben jetzt an, ihr verändertes Einkaufverhalten auch nach der Pandemie beibehalten zu wollen. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Studie der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners unter Konsument:innen in Deutschland und international.

Insgesamt planen Verbraucher:innen, wieder mehr Geld auszugeben: Unabhängig vom Shoppingkanal sind sie überzeugt, dass sie ihre Kaufaktivitäten in nahezu allen Kategorien nach Aufhebung aller Restriktionen verstärken werden. Die Studie zeigt, dass Käufer beim Online-Shopping besonders die Aspekte Convenience (z.B. Lieferung nach Hause, weniger Zeitinvestition) und die uneingeschränkte Verfügbarkeit des Sortiments schätzen (z.B. breite Produktpalette, zu jeder Tageszeit). Im stationären Handel dagegen bevorzugen Konsument:innen die direkte Verfügbarkeit und das Erlebnis, das Produkt sehen und anfassen zu können. Ebenso sind nicht vorhandene Versandkosten ein Argument für den Einkauf vor Ort.

Die Relevanz eines komfortablen Einkaufs für Konsument:innen offenbart sich vor allem in den eigentlich klassischen Offline-Kategorien Lebensmittel und Getränke: Obwohl die Geschäfte auch während des Lockdowns dauerhaft geöffnet waren, weisen die Online-Shops der bekannten Händler (+24 % Lebensmittel, +23 % Getränke) und Liefer-Apps (+13 % Lebensmittel, +12 % Getränke) eine deutliche Mehrnutzung auf, und das auch über die Pandemie hinaus.

Starke Markenshops überzeugen

Die Marke erfährt in unsicheren Zeiten eine Renaissance: Markeneigene Online-Shops liegen in der zukünftig erwarteten Mehrnutzung (+13 %) gleichauf mit den Online-Shops von etablierten Händlern (+13 %). In den Kategorien Schönheits- und Pflegeprodukte sowie Haushaltskleingeräte und Möbel können die Marken-Online-Shops sogar alle anderen Kanäle deutlich hinter sich lassen.

Für die Studien wurden 1.030 Konsument:innen in Deutschland (15.223 Konsumenten weltweit) zu ihrem Kaufverhalten und ihren Vorlieben und Abneigungen beim Kauf vor, während und nach der Covid-19-Pandemie befragt.



Autor: Julia Gundelach

ist im Specials-Team der W&V und schreibt daher jede Woche über ein neues spannendes Marketing-Thema. Dem Verlag ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002.


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