Kantar BrandZ 2021:
US-Unternehmen dominieren das Marken-Ranking

Acht der zehn wertvollsten Marken der Welt kommen aus den USA, zwei chinesische Marken komplettieren die Top Ten des aktuellen BrandZ-Rankings von Kantar. Ganz vorn liegt wie im Vorjahr Amazon. 

Text: Stefan Schasche

In diesem Gebäude begann einst die Amazon-Geschichte.
In diesem Gebäude begann einst die Amazon-Geschichte.

Was in den 90er Jahren in einem unscheinbaren weißen Bürogebäude in Seattle begann, ist heute die wertvollste Marke der Welt: Wie schon im Vorjahr führt der Retailer Amazon das seit 2005 jährlich veröffentlichte BrandZ-Ranking des Beratungsunternehmens Kantar an. Mit SAP folgt die wertvollste deutsche Marke auf Platz 26.

In den Top Ten der weltweit wertvollsten Marken befinden sich acht US-Unternehmen sowie mit Tencent und Alibaba zwei Marken aus China. Der Markenwert von Amazon stiegt im Corona-Jahr von 415,9 Milliarden US-Dollar auf nunmehr 683,9 Milliarden – das entspricht einem Wertzuwachs von 64 Prozent.

Noch mehr legte in den Top Ten der zweite Apple zu, der seinen Markenwert sogar um 74 Prozent auf aktuell 612 Milliarden US-Dollar steigern konnte. Während die Marken in der aktuellen Top-Ten-Liste exakt jenen aus dem Vorjahr entsprechen, gab es Verschiebungen in der Reihenfolge. Tencent etwa stieg von Rang sieben auf Platz fünf, Facebook von acht auf sechs. Visa, das seinen Markenwert „nur“ um zwei Prozent steigern konnte, fiel von Platz fünf auf Rang acht zurück.

Christoph Prox, bei Kantar Deutschland verantwortlich für den Bereich Marke: "Mit Blick auf das Markenwertwachstum war das vergangene Jahr ein Rekordjahr. Unsere Studie zeigt erneut, dass starke Marken in einem schwierigen Umfeld höhere Renditen erzielen, widerstandsfähiger sind und sich schneller erholen." Man habe aber auch Wachstum in Branchen gesehen, für die größere Schwierigkeiten vorhergesagt waren. So seien Bekleidungsmarken insgesamt sogar stärker gewachsen als Medien- und Unterhaltungsmarken. Auch Luxusmarken wie etwa Gucci oder Louis Vuitton haben sich trotz eingeschränkter Reisetätigkeit und weltweiter Lockdowns neu ausgerichtet und konnten Wachstum verzeichnen.

Das sind die zehn wertvollsten Marken weltweit   

  1. Amazon
  2. Apple
  3. Google
  4. Microsoft
  5. Tencent
  6. Facebook
  7. Alibaba
  8. Visa
  9. McDonald’s
  10. MasterCard 

Mit einem Plus von 275 Prozent ist Tesla die im Vergleich zu 2020 stärker gewachsen als jede andere Marke im Ranking. Der Markenwert von 42,6 Milliarden US-Dollar führt alle Fahrzeughersteller an und liegt deutlich über denen von Mercedes-Benz (25,8 Mrd.) und BMW (24,8 Mrd.). Diese Unternehmen liegen in Sachen Markenwert hierzulande hinter SAP (69,2 Mrd.) und der Deutschen Telekom (43,1 Mrd.) auf den Plätzen drei und vier.

Weitere deutsche Unternehmen in den Top 100 weltweit sind Siemens, Adidas sowie DHL. Mit Aldi fiel ein deutsches Unternehmen aus den Top 100 heraus, daher befinden sich nach acht deutschen Unternehmen im Vorjahr aktuell nur noch sieben in der Liste. Unterdessen konnten auch die sieben im Ranking verbliebenen deutschen Unternehmen ihren Markenwert deutlich steigern. Siemens beispielweise legt um satte 69 Prozent zu, Adidas um 51 Prozent und DHL um 39 Prozent. 

Ein Blick auf die Branchen 

In der Medien- und Entertainmentbranche beobachtete Kantar ein deutliches Wachstum von im Schnitt 50 Prozent bei den zehn Topfirmen. Erstmals schafften es dabei die wichtigen Chip-Zulieferer Nvidia sowie AMD in die Top 100. Die Markenwerte der Topfirmen der Bekleidungsbranche wuchsen mit durchschnittlich 53 Prozent sogar noch stärker.

Zu den Gewinnern zählen neben Adidas, Nike und Puma auch Uniqlo, Lululemon und H&M. Neben großen Online-Händlern wie Amazon und Alibaba konnten auch andere Einzelhändler ihre Markenwerte deutlich steigern. Walmart beispielsweise kam 30 Prozent voran, The Home Depot immerhin um 22 Prozent.

Zoom landete mit einem Markenwert von 36,9 Milliarden US-Dollar quasi aus dem Stand auf Platz 52 des Rankings. Im Alkohol-Ranking liegt das chinesische Unternehmen Moutai mit einem Markenwert von 109,3 Milliarden US-Dollar ganz vorn und weit vor dem dichtesten Verfolger Budweiser (25,5 Milliarden US-Dollar).

Der Bereich der Abomodelle schließlich profitierte ebenfalls stark von den Auswirkungen der Pandemie. Zu den Gewinnern zählen dabei aber nicht nur Unternehmen wie Netflix (+55 Prozent), Xbox (+55 Prozent) oder Disney (+13 Prozent), sondern auch Microsoft, das seine Software inzwischen hauptsächlich in Form von Abos unter die Leute bringt.         


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