Social Commerce:
Gefunden bei Facebook und WhatsApp

Jeder zehnte Deutsche wurde durch die Corona-Krise zum Social Shopper. Vor allem Facebook ist der Kanal für Einkäufe auf sozialen Netzwerken, zeigt eine neue Studie. WhatsApp und Instagram ziehen nach. 

Text: Julia Gundelach

Männer und Frauen haben ein unterschiedliches Social Shopping-Verhalten
Männer und Frauen haben ein unterschiedliches Social Shopping-Verhalten

Social Commerce gilt als großer Trend in Sachen Social Media - und die Corona-Pandemie sorgte offenbar für einen zusätzlichen Push, wenn es um das Shoppen über Facebook & Co. geht. Denn: Viele lokale Geschäfte und Dienstleister mussten aufgrund des Lockdowns schließen und sich neue Absatzwege suchen. Das gefällt auch den Verbrauchern: Wie eine Umfrage von Greven Medien zeigt, hat knapp ein Drittel der Deutschen schon einmal über Social Media-Kanäle eingekauft, vor allem über Facebook. Hier haben 16 Prozent der Deutschen bereits etwas erworben, gefolgt von WhatsApp und Instagram (jeweils 12 Prozent). Das Videoportal YouTube wurde schon von jedem zehnten Deutschen für Shopping genutzt, während Pinterest (3 Prozent), Twitter (3 Prozent), Snapchat (2 Prozent) und Tiktok (2 Prozent) auf den hinteren Plätzen folgen.

Dabei unterscheiden sich die Präferenzen auch nach Geschlecht: Während Frauen am meisten über Facebook (18 Prozent) und Instagram (13 Prozent) einkaufen, shoppen Männer überdurchschnittlich häufig über WhatsApp (14 Prozent) und YouTube (12 Prozent). Auch Twitter (4 Prozent) und Snapchat (3 Prozent) haben für die männliche User Relevanz beim Online-Shopping, während Frauen diese Kanäle dafür fast gar nicht nutzen.

Top-Produktgruppe unter den Dingen, die über Social Media gekauft werden, ist laut der aktuellen Studie Mode: 16 Prozent der Befragten haben schon einmal Kleidung über einen Social Media-Kanal eingekauft. An zweiter Stelle überzeugen Schmuck und Accessoires (11 Prozent) sowie Bücher (11 Prozent) und Kosmetik (11 Prozent), gefolgt von Tickets/Eintrittskarten (10 Prozent) und Gutscheinen (9 Prozent). Mehrheitlich abgelehnt wird der Kauf von Medikamenten: 66 Prozent der User können sich nicht vorstellen, diese über Social Media-Plattformen zu kaufen. Auch die Produktgruppen Lebensmittel (64 Prozent), Reisen (58 Prozent) und Dienstleistungen (56 Prozent) sowie Möbel und Designobjekte (52 Prozent) möchten viele User nicht über die sozialen Medien kaufen. Am meisten Potenzial haben Bücher und Gutscheine: Fast die Hälfte der Deutschen können sich vorstellen, in Zukunft Bücher (49 Prozent) und Gutscheine (46 Prozent) via Social Media einzukaufen.

Fast jeder zehnte Befragte (9 Prozent) hat während der Corona-Krise das erste Mal oder verstärkt über Social Media eingekauft.



Autor: Julia Gundelach

ist freie Autorin mit Schwerpunkt Specials. Daher schreibt sie Woche für Woche über neue spannende Marketing- und Medien-Themen. Dem Verlag W&V ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002, später als Redakteurin der W&V.


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