W&V MAKE:
Corona verändert die Konsumentenbedürfnisse

In ihrer Keynote auf der W&V MAKE beschreibt Eva Reitenbach von Oddity, wie sich die Konsumentenbedürfnisse seit der Pandemie verändert haben und warum das New Normal ein Neues Dazwischen ist.

Text: Lena Herrmann

Eva Reitenbach von Oddity macht sich Gedanken über die Kunden in Zeiten der Pandemie
Eva Reitenbach von Oddity macht sich Gedanken über die Kunden in Zeiten der Pandemie

Eva Reitenbach von der Agentur Oddity ist überzeugt: "Nur wer seine Konsumenten gut kennt, kann gute Kommunikation machen." Aus diesem Grund hat sie sich explizit Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkung die Pandemie auf das Verhalten der Kunden hat. Auf deren Ängste, Sorgen und Bedürfnisse müssen Marken dringend eingehen. Wie das geht, das legte sie im Rahmen ihrer Keynote auf der W&V MAKE dar, die am 29. Oktober bereits das vierte Mal in diesem Jahr digital über die Bühne ging.

Drei Aspekte bestimmen den Konsumenten

In ungewissen und unsicheren Zeiten wie wir sie gerade erleben, haben Menschen Angst. Neben Corona sind es Themen wie US-Präsident Donald Trump, Arbeitslosigkeit und die Sorge um die Umwelt, die die Menschen hierzulande beschäftigen. "Angst ist eine Bedrohung, die nicht richtig wahrnehmbar ist", sagt Reitenbach. 

Ein weiterer Aspekt, der von Corona verstärkt wird, ist das Thema Körperlichkeit. Sport ist nur ein extremer Ausdruck davon. "Wir sind auf der Suche nach Bindung", sagt Reitenbach. Der Wunsch nach Verbundenheit und Zugehörigkeit ist zugleich ein Wunsch nach Resonanz. Insofern stimme der Begriff von Social Distancing nicht. Viel mehr handle es sich um durch den Lockdown und die Pandemie bedingtes "physical distancing", so Reitenbach.

Drittens spielt die Multitaskingfähigkeit der Menschen eine wichtige Rolle, die Marken nicht außer Acht lassen dürfen. Längst geht es hin zum dritten Bildschirm, die Mediennutzung der Menschen ist für Werbungtreibende längst zur Herausforderung geworden.


Am 25. November findet die fünfte W&V MAKE statt. An diesem Tag geht es darum, einen Rückblick auf das Jahr 2020 zu werfen und zu erfahren, wie die Pandemie Geschäftsmodelle verändert, Marketingaufgaben vor Herausforderungen gestellt und in Teilen als Katalysator gewirkt hat. Seien Sie dabei und lernen Sie von den Besten.


Was jetzt für Marken gilt

Diesen Voraussetzungen müssen Marken geschickt begegnen, um die Kunden auf ihre Seite zu ziehen, ihnen Sicherheit und Vertrauen zu geben und sie an sich zu binden. 

"Der Komplexität der Welt sollten Marken mit Einfachheit begegnen", sagt Reitenbach. Ein leichtes Handling, eine einfach zu verstehende App oder nahvollziehbare Angebote und Produkte helfen dabei. Zweitens sollten Marken der Sorge der Menschen begegnen, in dem sie Sicherheit anbieten. Das kann ein Produkt sein, dass bei Fragen schnelle Antworten liefert. Das kann aber auch ein Unternehmen mit Werten sein, die Sicherheit und Vertrauen geben. Nicht umsonst haben Studien gezeigt, dass Kunden in der Pandemie eher wenig experimentierfreudig waren und stattdessen lieber auch bekannte Marken und Produkte zurück gegriffen haben.

Drittens saht Reitenbach, tun Marken gut daran, weniger die Individualität des Einzelnen zu betonen. Gefragt ist vielmehr Gemeinschaftsgefühl und auch Zugehörigkeit zu einer Community und die Resonanz durch sie. So funktionieren Apps und Auftritte, die zum gemeinsamen Sporteln oder auch Arbeiten anregen oder den Austausch untereinander fördern.

Auch wenn der Weg dabei zunächst nicht immer klar ist: Reitenbach appelliert an Marken und Unternehmen, Neues zu wagen und auszuprobieren, wie der Kontakt zu den Kunden am besten gelingen kann. "Die moderne Strategie ist das Experiment", schließt sie.

Über Eva Reitenbach:

Die Geschäftsführerin der Agentur Oddity hat eine Mission: In einem Team will sie die Disziplinen Kreativität, Technologie, Media und Data vereinen. Denn nur durch das Zusammenführen der unterschiedlichen Bereiche, davon ist sie überzeugt, kann Digitalisierung erfolgreich funktionieren. Bevor sie 2012 zu Oddity wechselte, arbeitete sie bei der Agentur Werbewelt Interactive und war dort für Text und Konzeption verantwortlich.

Eva Reitenbach wurde Anfang 2020 für die W&V zu einer der 100 Köpfe ernannt, die die Zukunft der Branche maßgeblich mitbestimmen werden.

Die Highlights zur W&V MAKE können Sie hier nachlesen:

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Lena Herrmann
Autor: Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland und Kanada, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.


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