E-Commerce:
Special-Interest-Shops sind am effizientesten

Amazon ist mit großem Abstand Branchenführer in Deutschland - in puncto Umsatz pro Mitarbeiter gehört der US-Konzern jedoch nicht einmal zu den Top 10. Da sind hochspezialisierte Online-Shops führend. 

Text: W&V Redaktion

Jüngere Online-Shops brauchen weniger Mitarbeiter für mehr Umsatz.
Jüngere Online-Shops brauchen weniger Mitarbeiter für mehr Umsatz.

Auf rund 60 Mrd. Euro ist der jährliche E-Commerce-Umsatz in Deutschland mittlerweile angewachsen. Zahlen der Verbände bevh und HDE zufolge entspricht dies etwa 12 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes. An die großen Drei der Branche – Amazon, Otto und Zalando – kommt niemand auch nur annähernd heran, sie stehen im Onlinehandel allein für 20 Prozent des Umsatzes.

Spezialisierung macht sich bezahlt

Viele der hundert größten Shops machen hundert Millionen Euro und mehr pro Jahr – haben jedoch auch einen hohen Personalaufwand, wie die Startup-Plattform Companisto jüngst in einer Studie analysierte. Portale, die bereits älter als zehn Jahre sind, beschäftigen im Schnitt unglaubliche 83.000 Angestellte, jüngere Shops dagegen nur 400 Mitarbeiter. Rechnet man dies auf den Umsatz pro Mitarbeiter um, kommt eine gänzlich andere Top-Liste zustande als eine nach reinen Umsatzzahlen. Spitzenreiter im ersteren Ranking ist der Edelmetall-Verkäufer Auragentum, gegründet 2008. Stattliche 1,28 Mio. Euro setzt der Online-Händler pro Mitarbeiter im Jahr um.

Hier die vollständige Top-10-Liste, geordnet nach jährlichem Umsatz pro Mitarbeiter

  1. Auragentum               1,28 Mio. Euro
  2. Horando                     1 Mio. Euro
  3. Brands4friends          479.200 Euro
  4. Limango                     447.500 Euro
  5. Eis                              354.000 Euro
  6. About you                  343.000 Euro
  7. Mister Spex               337.000 Euro
  8. Hello Fresh                203.500 Euro
  9. Flaconi                       197.000 Euro
  10. Home24                     170.000 Euro

Wie effizient der Onlinehandel sich inzwischen organisieren lässt, beweist der Uhrenversender Horando, der im Hochpreissegment nur mit den beiden Gründern Stefan Seböck und Christopher Fischer auskommt. Noch vor wenigen Jahren galt es als unvorstellbar, dass Käufer Luxuswaren in Massen über das Internet bestellen würden – eine Einschätzung, die sich als falsch erwiesen hat. Bereits 2016 wurden weltweit 19 Mrd. Euro mit Luxusartikeln umgesetzt, bis 2025 soll diese Zahl, schätzt die Beratungsfirma McKinsey, auf 70 Mrd. Euro steigen.  


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W&V Redaktion
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