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Spotify: Car Thing – das Autozubehör ist da

Die Gerüchte waberten schon seit 2019 durchs Netz. Und jetzt ist Spotifys erstes Hardware-Produkt da. Der schwedische Streamingdienst stellte gestern sein Autozubehör mit dem ulkigen Namen "Car Thing" vor. Das "Auto-Ding" ist ein 4,6 Zoll großer Touchscreen-Bildschirm mit zusätzlichem Knopf zum Bedienen, der sich mit drei verschiedenen Aufhängungen an jedem Armaturenbrett befestigen lassen soll. Die Nutzer können damit Musik oder Podcasts von ihrem Handy streamen und vom Car-Thing-Bildschirm aus einigermaßen verkehrssicher bedienen. Deutsche Autofahrer müssen aber erstmal warten. Denn das Auto-Ding erscheint zunächst nur in den USA – wo es vorerst verschenkt wird!

Spotify-Kunden mit Premium-Abo, die jetzt bestellen, zahlen nur die Versandkosten von 6,99 Dollar – aber nicht den eigentlichen Preis von 79,99 Dollar. Grund: Der Streaming-Marktführer sieht seinen Hardware-Einstieg noch als Experiment, und will mögliche Kritiker offenbar mit dem Geschenk besänftigen, so TechCrunch. Andreas Cedborg, Chef der neuen Hardware-Sparte: "Wir wollen zum Start noch viel lernen. Und insofern ist das ein guter Weg für uns, loszulegen." Im Endeffekt ähneln die Funktionen des Musik-Zubehörs Apples CarPlay und Googles Android Auto, die auf den Navi-Bildschirmen moderner Autos laufen. Spotify weist aber darauf hin, dass das durchschnittliche Auto in den USA elf Jahre alt ist – und dass mit dem Car Thing nun auch solche Semi-Oldtimer eine zeitgemäße Musik- und Podcast-Funktion bekommen. Die Konkurrenz wartet schon: Amazon hat gestern einen neuen Auto-Modus für seine Musik-App vorgestellt, die sich beim Fahren unter anderem durch große Schrift besonders einfach, intuitiv und sicher bedienen lassen soll.

Das Auto-Ding des Jahres? Spotify hat seine erste Hardware vorgestellt.

Das Auto-Ding des Jahres? Spotify hat seine erste Hardware vorgestellt.

Die Smartuhr von OnePlus: Wirklich so schlecht?

Mit seinen Smartphones ist OnePlus überaus erfolgreich. Bei Smartuhren muss das China-Startup offenbar noch üben. Ab sofort lässt sich die OnePlus Watch für 159 Euro direkt beim Hersteller und bei Amazon vorbestellen, ausgeliefert wird ab 30. April. Mit bis zu zwei Wochen Akkulaufzeit, Blutsauerstoff-Messung, GPS oder Atemtraining klingt die erste Uhr der Chinesen nach einer günstigen Alternative zur Apple Watch SE (ab 299 Euro). Doch die ersten Tests aus den USA lassen vermuten, dass ein Kauf zumindest vorerst noch keine gute Idee ist. Gizmodo-Reporterin Victoria Song schreibt in einem der krassesten Verrisse der jüngeren Tech-Geschichte: "Das ist die schlechteste Smartuhr, die ich jemals benutzt habe." Und, noch schlimmer: „Leider ist die OnePlus Watch ein Verbrechen gegenüber Wearables."

In ihrem Test der Uhr hat offenbar so gut wie nichts funktioniert. Victoria Song berichtet: "An einem Tag, an dem ich zum Beispiel drei Meilen gelaufen und zusätzlich 2,8 Meilen gegangen bin, was insgesamt 15.417 Schritte auf meiner Apple Watch SE ergab, zeichnete die OnePlus Watch 103 Schritte auf." Besonders mit der unausgegorenen Begleit-App gab es viele Probleme. Ob sie durch Updates zeitnah gelöst werden können, ist fraglich. So ließen sich Schlafdaten und die Ergebnisse der Blutsauerstoff-Messung gar nicht von der Uhr aufs Smartphone übertragen. Aussagekräftig sind die Daten laut Gizmodo aber ohnehin nicht: "In einer Nacht, in der die Watch meldete, dass ich um 20 Uhr ins Bett ging und eine solide zwölfstündige Nachtruhe hatte, war ich tatsächlich die ganze Nacht wegen eines familiären Notfalls wach." Mit ihrer Kritik an der mit 46 Millimeter arg klobigen OnePlus-Uhr steht Victoria Song nicht allein da. The Verge schimpft: "Groß, schlicht und langweilig. Der ersten Smartuhr von OnePlus fehlt vieles, was eine Smartuhr smart macht." Und Engadget schlägt vor: "Kauft Euch lieber ein Fitbit-Armband!"

Den Kritikern fehlt noch das rechte Uhr-Vertrauen zur OnePlus Watch.

Den Kritikern fehlt noch das rechte Uhr-Vertrauen zur OnePlus Watch.

Desperados III gewinnt Deutschen Computerspielpreis

Der Spiele-Oscar geht nach München. "Desperados III", hochgelobtes Westernspiel von Mimimi Games aus der bayerischen Landeshauptstadt, wurde gestern Abend mit dem Deutschen Computerspielpreis 2021 ausgezeichnet. Die Isar-Cowboys setzten sich bei der über dreistündigen und rein virtuellen Barbara-Schöneberger-Preisverleihung gegen das favorisierte Echtzeit-Strategiespiel "Iron Harvest" von King Art Games aus Bremen und gegen das Action-Abenteuer "Cloudpunk" von Ion Lands aus Berlin durch. Der Münchner Entwickler wurde auch als "Studio des Jahres" ausgezeichnet und kassierte für seine beiden Ehrungen insgesamt 140.000 Euro Preisgeld. Weitere wichtige Preise gab es für das Independent-Aufbauspiel "Dorfromantik" (Bestes Debüt) von Toukana Interactive aus Berlin und für "Passing By" (Bester Prototyp) der Universität Bayreuth.

Die Helden des preisgekrönten Echtzeit-Taktikspiels "Desperados III" machen nicht die bayerischen Südstaaten unsicher, sondern den Wilden Westen. Glorreiche Halunken wie Kopfgeldjäger John Cooper oder Glücksspielerin Kate O’Hara könnten jeden Spaghetti-Western bereichern. Aber sie haben ein Problem: Sie sind ihren Gegnern zahlenmäßig unterlegen. Deswegen führen nur clevere Taktik und geschicktes Anschleichen zum Erfolg. "Desperados III" macht mit Spannung, Atmosphäre und Humor so viel Lust aufs Cowboy-Leben, dass es für Fans taktisch anspruchsvoller Actionspiele nur einen Tipp gibt: Sattelt die Pferde, auf geht’s nach New Mexico! Mimimi Games hätte bereits 2017 einen Deutschen Computerspielpreis für "Shadow Tactics: Blades of the Shogun" erhalten sollen, lehnte die Auszeichnung damals aber mit dem Hinweis auf mögliche Mauscheleien in der Jury ab. Diesmal gab’s kein Mimimi – sondern Jubel.

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Niederlande: Käse-Notstand nach Hacker-Angriff

Käse-Mangel in den Niederlanden – das klingt nach Bier-Notstand in Bayern oder nach einem Spaghetti-Defizit in Italien. Nun ist es aber tatsächlich passiert: Nach einem Cyberangriff ist bei unserem westlichen Nachbarn die Käsekrise ausgebrochen. Viele Supermärkte können ihre Kunden nicht mehr mit Gouda, Edamer oder Maasdamer versorgen. Grund: Die Spedition Bakker Logistiek, eine der größten Transportfirmen der Niederlande, musste nach einem Erpresserangriff auf ihre Computersysteme die gesamte IT vom Netz nehmen. Zahllose Kühltransporte fielen aus, und laut Futurezone und Bleeping Computer gibt es nun vor allem bei verpacktem Käse Engpässe.

"Wir konnten keine Bestellungen mehr von Kunden erhalten", beklagt Bakker-Direktor Toon Verhoeven gegenüber dem staatlichen Fernsehsender NOS. "Und in unseren Lagern wussten wir nicht mehr, wo die Produkte waren." Bei der großen Supermarktkette Albert Heijn hängen bereits Zettel an den leeren Kühlregalen, die die Kunden auf die Käsekrise hinweisen. Auf seiner Website bedauert der Einzelhändler die Probleme: "Aufgrund einer technischen Störung ist die Verfügbarkeit von vorverpacktem Käse eingeschränkt. Der Logistikdienstleister arbeitet mit Hochdruck daran, das Problem schnellstmöglich zu lösen und die Verfügbarkeit wiederherzustellen. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten." Bakker Logistiek will seine Systeme nun nach und nach aus Backups wieder aufbauen. Die Hacker haben offenbar die jüngst gemeldeten Sicherheitslücken in Microsoft Exchange ausgenutzt.

Von wegen „Cheese“! In den Niederlanden sind die Käse-Regale leer.

Von wegen „Cheese“! In den Niederlanden sind die Käse-Regale leer.



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.