Weltraum-Wettrennen: Branson fliegt vor Bezos ins All

Überraschende Wende im Dreikampf um den ersten Milliardär im Weltraum. Eigentlich wollte Amazon-Gründer Jeff Bezos als Erster ins All abheben. Sein Start mit der Rakete "New Shepard" seiner Weltraumfirma "Blue Origin" ist für 20. Juli geplant. Doch jetzt kommt ihm Milliardärs-Kollege Richard Branson zuvor, der seinen Weltraumflug nun bereits für 11. Juli ankündigte. Der 70-Jährige schreibt auf Twitter: "Ich hatte schon immer Träume. Meine Mutter hat mir beigebracht, niemals aufzugeben und nach den Sternen zu greifen. Am 11. Juli ist es an der Zeit, diesen Traum an Bord des nächsten Virgin-Galactic-Raumfluges wahr werden zu lassen." Begleitet wird die Ankündigung von einem pompösen Video, das Branson inmitten seiner Crew Hollywood-like als Astronaut zeigt. Da kann auch Elon Musk nur neidisch schauen, der als einziger des Trios zunächst auf der Erde bleiben muss.

Bransons Firma Virgin Galactic plant schon in naher Zukunft Touristen-Flüge ins Weltall, die rund 210.000 Euro kosten sollen. Nach der erfolgreich absolvierten Testphase war der Virgin-Gründer vorerst noch gar nicht als Passagier vorgesehen. Doch der Ehrgeiz, vor Jeff Bezos abzuheben, war offenbar zu groß. Bransons "VSS Unity" startet im Gegensatz zur Bezos-Rakete von einem Spezialflugzeug in mehreren Kilometern Höhe aus ins All. Auch bei Virgin dauert die Schwerelosigkeit oberhalb der offiziellen Weltall-Grenze von 100 Kilometern nur wenige Minuten. PR-mäßig hat Richard Branson im Duell mit Jeff Bezos damit einen großen Coup gelandet. Der Amazon-Gründer hatte gestern praktisch parallel angekündigt, dass die 82-jährige Ex-Pilotin und US-Weltraum-Pionierin Wally Funk am 20. Juli als vierte PassagierIn mit an Bord sein wird – neben Bezos selbst, seinem Bruder Mark und einem bisher nicht bekannten Mitreisenden, der den Flug für 23 Millionen Euro ersteigert hatte.

Neue Instagram-Strategie: Sind keine Foto-Website mehr

Instagram? Na klar, die Foto-Tochter von Facebook mit ihren quadratischen Bildern kennt und nutzt (fast) jede(r). Aber die Sache mit den Bildern soll der Vergangenheit angehören. Denn Insta-Chef Adam Mosseri hat jetzt einen fast schon radikalen Strategiewechsel angekündigt: "Wir sind nicht mehr länger eine App, über die man Fotos oder auch quadratische Fotos teilt." Stattdessen sollen vor allem Videos in den Vordergrund treten, als Konkurrenz zu TikTok und YouTube. In einem Tweet schreibt Mosseri: "Wir bei Instagram versuchen immer, neue Funktionen zu entwickeln, die den Nutzern helfen, das Beste aus ihrem Erlebnis herauszuholen. Im Moment konzentrieren wir uns auf vier Schlüsselbereiche: Creators, Video, Shopping und Messaging."

Im Wettbewerb mit anderen Plattformen, die bisher deutlich stärker auf Bewegtbilder setzen, müsse sich Instagram laut Mosseri "ändern, um konkurrenzfähig zu bleiben". Das neue Insta-Motto: "Vollbild, immersiv, unterhaltend und mobile-first." Videos und das Story-Format Reels rücken demnach in den Vordergrund. Sie sollen auch bei den empfohlenen Inhalten künftig dominieren, berichtet Gizmodo. Auch beim Shopping und beim Austausch von Nachrichten unter den Nutzern kündigte der Insta-Chef Änderungen an, nannte aber noch keine Details. Die Reaktionen der Nutzer klingen überschaubar begeistert. Mit dem Fokus auf Videos, so einige Stimmen, verliere Insta endgültig seine Seele und werde zu einem zweiten TikTok. Motto: Tschüss, Instagram – Hallo Tikstagram!

Heineken bringt den autonomen Bier-Roboter

Heineken erfüllt einen echten Kerls-Traum: Der niederländische Bierbrauer hat jetzt einen autonomen Bier-Roboter vorgestellt, der als rollende Kühlbox wie ein Hund seinem Herrchen (und natürlich auch seinem Frauchen) folgt. Der B.O.T. (Beer Outdoor Transporter) bietet Platz für zwölf 0,33-Liter-Dosen, nach dem Willen der Erfinder natürlich am besten Heineken-Bier. Er kann sprechen, zuhören – und kommt per Sprachbefehl Gerhard-Schröder-mäßig mit Nachschub beim durstigen Besitzer und seinen Kumpels vorbei: "Hol' mir mal 'ne Dose Bier, sonst streik ich hier!" Hinter dem Bier-Gag stecken aufwändige Technik und künstliche Intelligenz, wie sie auch Apple in iPhone oder iPad verwendet.

Der dreiachsige Bier-Bot orientiert sich mit Hilfe eines Lidar-Radarsystems, das auch in iPhone-Kameras steckt, in seiner Umgebung. Es verhindert zum Beispiel an einem See oder am Pool, dass der Bier-Roboter ins Wasser fällt. Per Lidar und mit Bewegungssensoren ist die fahrende Kühlbox in der Lage, ihrem Besitzer zu folgen und innerhalb oder außerhalb von Gebäuden zu navigieren. Bier-Fans, die den B.O.T. kaufen wollen, brauchen Geduld. Heineken hat die wenigen bereits gebauten Bier-Butler bisher nur in den USA verlost, wie Auto, Motor und Sport berichtet. Weitere Exemplare sollen für Marketing-Zwecke zum Einsatz kommen. Ein Verkauf ist zunächst nicht geplant. Interessenten müssen also hoffen, dass sich ein Besitzer für viel Geld auf Ebay von seinem Bier-Roboter trennt.

Löffelbieger Uri Geller: Ich habe Thomas Müller verhext

Über diese Geschichte staunt (und lacht) gerade das Internet. Der legendäre israelische Mentalist Uri Geller, der schon 1974 in der ZDF-Show "Drei mal Neun" die Löffel der deutschen Fernsehzuschauer verbog, hat jetzt verraten, warum Deutschland bei der Fußball-EM ausgeschieden ist. Gegenüber der britischen Zeitung "Jewish Telegraph" enthüllte der legendäre Löffelbieger, dass er Thomas Müller bei dessen Fehlschuss kurz vor Ende des Spiels gegen England telepathisch verhext hat. Titel der Geschichte: "Ich hab's für England gewonnen."

Laut Geller, dessen Behauptungen allerdings nicht immer als ultimativ seriös gelten, lief das Müller-Verhexen so ab: Er stand in Israel kurz vor einem Auftritt und hat hinter den Kulissen die Übertragung des Spiels England gegen Deutschland auf dem Handy gesehen. Als Müller beim Stand von 0:1 in Richtung englisches Tor spurtete, griff Geller gedankenschnell ein: "Ich rief, eins, zwei, drei, biegen!" Und prompt bog Thomas Müllers Schuss ab, links am englischen Torpfosten vorbei. "Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass ich Müllers Fehlschuss verursacht habe. Die Kraft der Gedanken ist unglaublich", schwört Geller, der damit auch Jogi Löw frühzeitig aus dem Amt gehext hat. So sehen Bieger aus!

Kollege Michael Gronau aus Berlin biegt ab Montag hier wieder um die Ecke. Er präsentiert von hinter seinem Mac in den nächsten zwei Wochen die spannendsten Tech-News. Viel Spaß beim Lesen und schönes (leider?) Jogi-Löw-freies EM-Wochenende!



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.