Mehrwert und Relevanz von auditiven Inhalten

Doch der Reihe nach. Egal welche Podcast-Studie man zurate zieht: Die beliebtesten Kategorien sind Nachrichten, Infosendungen, Wissens- und Lernbeiträge. Kurz gesagt, es geht um (Weiter-)Bildung, um Lernen. "Gibt es schon!" ist ein häufig vorgebrachtes Stichwort, wenn ich mit meinem Plädoyer "pro Educast" beginne. Gemeint sind aber nicht die Kategorien "Bildung", "Wissenschaft" und Co. bei Streamingdiensten und Hostern, sondern die eingangs erwähnten, eigens konzipierten pädagogischen Formate.

Bestehende, nichtssagende und damit zeitraubende Podcasts werden in meinen Augen bald das Zeitliche segnen. Die Spreu trennt sich vom Weizen. Mehrwert und Relevanz beim Konsum von auditiven Inhalten werden verstärkt an seine Stelle treten. Der Grund ist simpel: Immer mehr Kanäle bei gleichbleibendem Medienbudget. Wer hört sich schon gerne "nutzlose" Inhalte an, wenn auf anderen Kanälen die Musik spielt? Ich nenne das das "Netflix-Phänomen". Was als Format vor ein paar Monaten noch begeisterte, langweilt schon heute. Kennt jeder von uns!

"Educasts" sind auch auf Corporate Ebene hoch spannend

"Educasts" mit pädagogischem Mehrwert und Relevanz in Form von Lerneinheiten können hier eine Lücke schließen. "Educasts" haben einiges auf der Pfanne: Einkanaligkeit und vollkommene Flexibiliät. Nur der Hörsinn wird angesprochen, und das fördert die Konzentration – die Lernkurve steigt. All das ist nicht neu, und einzelne Verlage haben das (Weiter-) Bildungsbusiness per se schon als Geschäftsmodell erkannt - auch in Form von "Educasts". Aber den richtigen "Durchbruch" sucht man bisher noch vergebens.

Übrigens: "Educasts" sind auch auf Corporate Ebene hoch spannend. Entweder für die interne Weiterbildung oder das Wissensmanagement, um nur ein paar Ideen zu nennen. Der Trend zu Audio endet schließlich nicht am Werkstor bzw. Firmeneingang. Nicht zu vergessen: die externe Kommunikation – Podcasts mit Wissen, Relevanz und Mehrwert.

Und was tun die großen Streamingplattformen? Achten bei der Produktion von Inhalten immer darauf, "...dass Hörer dabei etwas über sich, oder über die Welt in der wir leben lernen...". Einzelne "Education-Kanäle" oder Kooperationen gibt es (noch) nicht. In meinen Augen nur eine Frage der Zeit. Zu viel Geld steckt in diesem (noch) schlafenden Business.



Autor: Stephan Schreyer

Stephan Schreyer berät Unternehmen zum Thema Audio & Podcast. Für den Audioapostel sind Strategie und Konzept das Maß aller Dinge.