Nach dem enttäuschenden Austausch zeigte sich die Gruppe entschlossen, ihre Boykottaktion fortführen. Inzwischen beteiligen sich daran über 1.000 Unternehmen, darunter große Brands wie Coca-Cola, Starbucks, Siemens, SAP oder Adidas. Während Facebook-Co-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg in einem Twitter-Post die wirtschaftliche Rolle des Boykotts herunterspielte, schlägt Facebook-Europachefin Angelika Gifford im Handelsblatt andere Töne an: "Wir sind sehr sehr alarmiert", sagte sie im Interview. Man fühle sich auch persönlich betroffen. Denn 35.000 Menschen würden sich mit nichts anderem als der Sicherheit auf Facebook beschäftigen - auch gestützt durch Künstliche Intelligenz. Allein im ersten Quartal 2020 habe man mehr als zehn Millionen Inhalte aufgrund von Hassrede gelöscht. 90 Prozent sei automatisiert entdeckt worden. "Die Firma von innen und außen sind zwei verschiedene Dinge", so Gifford. 

Um das Vertrauen der Kunden wieder herzustellen, führe sie selbst jetzt jeden Tag drei bis vier persönliche Gespräche mit Agenturen und großen Kunden aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Benelux und Osteuropa. "Ich höre zu, wo sie Probleme sehen. Und dann erkläre ich auch, was wir schon tun", zitiert das Handelsblatt die neue Europa-Chefin.



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Autor: W&V Redaktion

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