Doch wofür steht Mark Zuckerberg denn nun? Redefreiheit, Verschlüsselung und sein werbebasiertes Geschäftsmodell nannte der Facebook-Chef als relevante Punkte. Dabei versteht es Facebook immer besser, pro Nutzer mehr Geld von der Werbeindustrie zu kassieren. In den USA bringt jedes Facebook-Mitglied dem Konzern 41,41 Dollar ein (Vorquartal: 34,55 Dollar). In Europa liegt der Wert bei 13,21 Dollar. 

Datenschützer und auch die Nutzer selbst sehen es immer kritischer, dass Facebook Daten über sie sammelt, um ihnen personalisierte Werbung auszuspielen. Und sie verstehen häufig nicht, woher Facebook weiß, dass sie schwanger sind, bevor es der eigene Partner erfährt. Diesem Misstrauen will das Social Network jetzt mit einem neuen Feature begegnen. "Off-Facebook-Activity" (OFA) heißt es und gibt einen Einblick darüber, welche Informationen andere Apps und Webseiten an Facebook übermitteln. Zudem haben die Nutzer die Möglichkeit, ihre Privatsphäre besser zu schützen.

Auch das hat Auswirkungen auch die künftigen Werbeumsätze. Denn wenn viele Nutzer das Feature, das wohlweislich in einem Untermenü in den Einstellungen verborgen ist, verwenden, um die Datenkrake Facebook einzubremsen, haben es Unternehmen künftig schwerer, Nutzer gezielt nach ihren Interessen anzusprechen.

Wie sehr den Nutzern ihre Privatsphäre tatsächlich am Herzen liegt, könnten also schon die kommenden Quartalszahlen zeigen.


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W&V Redaktion
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