"Es gibt ähnlich wie bei Spam-Mails Leute, die unser System austricksen wollen. Dagegen werden wir nun noch schärfer vorgehen", sagte Nayak. Die Testpersonen sollen im Auftrag von Google allerdings nicht massenhaft ungeeignete Seiten aus den Suchergebnissen herausfiltern, sondern den Algorithmus der Suchmaschine auf eine bessere Erkennung der minderwertigen Inhalte trainieren.

Als Beispiel nannte Nayak die Suchanfrage, ob der ehemalige US-Präsident Barack Obama einen Staatsstreich plane. Bis zum März hatte Google dabei noch an erster Stelle auf einen obskuren Artikel der Website "Secrets of the Fed" verwiesen, in dem Obama vorgeworfen wurde, zusammen mit "kommunistischen Chinesen" einen Coup zu planen. Künftig sollten solche Fehlleistungen vermieden werden.

"Project Owl" sieht auch Änderungen beim Ranking vor: Google habe Suchfaktoren mit Signalwirkung angepasst, damit verlässlichere Seiten angezeigt und Inhalte von minderer Qualität herabgestuft werden können.

Die Initiative umfasst weiterhin die Autocomplete-Funktion bei der Google-Suche. Mit der automatischen Vervollständigung von Suchbegriffen will Google den Nutzern Tipparbeit ersparen. Zum Beispiel bei der Eingabe von "women are" (Frauen sind) habe das System aber zuletzt das Wort "evil" (böse) vorgeschlagen, weil die Funktion bislang ohne Wertung die Begriffe anzeigt habe, die im Netz häufig aufgerufen würden.

Google wird künftig bei den Vorschlägen auf Begriffe verzichten, die als sexuelle Beschimpfung, Hassrede oder als Bedrohung bestimmter Gruppen empfunden werden können. Außerdem bekommen die Google-Anwender die Möglichkeit, Autocomplete-Vorschläge zu bewerten und anstößige Worte zu melden. Diese Funktion wird aber zunächst nur auf Englisch verfügbar sein.

Bei der Suche nach "Angela Merkel ist" schlägt Google auf Deutsch aktuell die Worte "tot", "wahnsinnig", "Polin", "schwanger" und "verheiratet" vor.



W&V Redaktion
Autor: W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.