Die wesentlich spannendere Sony-Nachricht ist aber die spektakuläre Weiterentwicklung des hauseigenen Autos Vision-S, das vor einem Jahr auf der CES 2020 Premiere feierte. Seither haben die Japaner und ihre Partner aus aller Welt offenbar enorme Fortschritte gemacht. Ein neues Video zeigt den Vision-S jetzt bei Testfahren auf einer abgesperrten Versuchsstrecke – und erstmals auf öffentlichen Straßen in Österreich. Dort sitzt in Graz mit dem Autozulieferer Magna der wichtigste Entwicklungspartner.

Das Sony-Mobil verfügt mittlerweile über 40 Kameras und Sensoren, die es autonom fahren lassen, und die für das Wohlbefinden der Insassen sorgen. Das System erkennt beispielsweise, wenn ein Passagier auf dem Rücksitz eingeschlafen ist – und passt dann Licht und Klimatisierung entsprechend an. Der Beifahrer kann auf seinem Dashboard PlayStation-Spiele zocken. Der Aufwand, den Sony hier betreibt, ist so enorm, dass TechCrunch überzeugt ist: "Das lässt wenig Zweifel daran, dass Kunden irgendwann ein Sony-Auto kaufen können." Vielleicht noch vor dem Apple-Auto?

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Twitch-Rekord 2020: 1,94 Millionen Jahre Videostreams

Beflügelt von Corona und Quarantäne, haben Live-Streamingdienste 2020 spektakuläre neue Rekorde aufgestellt. So haben die Nutzer von Amazon-Tochter Twitch 17 Milliarden Stunden lang Live-Übertragungen meist von Videospielen angeschaut, 83 Prozent mehr als noch 2019. Die 17 Milliarden Stunden entsprechen einer Dauer von 1,94 Millionen Jahren – und das innerhalb eines einzigen Kalenderjahres. Das geht aus einer Auswertung von StreamElements hervor. Auch Youtube mit 10 Milliarden und Facebook Gaming mit 3,59 Milliarden Live-Stunden schafften enorme Steigerungsraten und neue Rekorde.

Aber nicht nur die Zahlen beim Live-Streaming waren beeindruckend. Neue Spiele wie "Fall Guys" und "Among Us" schafften den Sprung aus der Gamer-Szene in den Mainstream, und wurden vor allem durch Twitch zu Riesenhits. Für den wichtigsten und eindrucksvollsten Twitch-Moment 2020 sorgte sicherlich die junge demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, die als erste prominente US-Politikerin live mit einem Spielestream zu sehen war. Bei ihrer Übertragung von „Among Us“ schauten Ende Oktober bis zu 435.000 Twitch-Nutzer gleichzeitig zu. Für AOC bedeutete das den fünfterfolgreichsten Stream aller Zeiten auf der Amazon-Plattform.

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Anti-Twitter-Protest – mit einer Teilnehmerin

In den letzten Tagen hat die Welt ein neues Wort gelernt: "Deplatforming" steht für den Entzug von Social-Media-Plattformen, wie es Donald Trump mit Twitter, Parler & Co. jetzt gleich mehrfach erleben musste. Der Noch-Präsident dürfte nach dem Twitter-Aus auf den Zorn seiner Anhänger gehofft haben. Doch die Wut der Trump-Unterstützer auf Twitter Inc. hält sich offenbar in engen Grenzen – zumindest vor Ort im liberalen Kalifornien. Zu einer Anti-Twitter- und Pro-Trump-Kundgebung vor der Unternehmenszentrale in San Francisco erschien jetzt exakt eine (!) Demonstrantin, die entschlossen mit einem "Fuck Jack Dorsey"-Plakat gegen den Twitter-Chef protestierte.

Ihr standen zwei Pro-Twitter-Demonstranten gegenüber, die das Trump-Deplatforming auf ihrem Plakat feierten: "@Jack: Das wurde aber auch Zeit." 30 Polizisten standen bereit, um das Twitter-Hauptquartier vor dem Erstürmen durch den wütenden Trump-Mob zu schützen. Doch dazu kam es nicht. Der einsame Trump-Fan Rebecca Brooks verhielt sich friedlich und schimpfte nur leise, dass "Twitter konservative Stimmen zum Verstummen bringt". The Verge hat die Bilder von der tristen Ein-Frau-Demo – die auch mit mehr Teilnehmern ins Leere gelaufen wäre, weil die Twitter-Mitarbeiter alle zuhause im Home Office sitzen.

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Mutify: App schaltet Spotify-Werbung stumm

Im Gegensatz zu Konkurrent Apple Music gibt es Spotify auch kostenlos. Wer sich die 9,99 Euro fürs Monatsabo sparen will, kann dort Musik auch ohne Bezahlung hören – mit Werbung zwischen den Songs. Mit der Android-App Mutify lässt sich nun aber auch diese oft nervige Reklame abstellen. Sobald das Gratis-Programm erkennt, dass Werbung läuft, schaltet es die Lautstärke stumm – und meldet sich erst dann zurück, wenn wieder Musik zu hören ist. Und das funktioniert tatsächlich erstaunlich zuverlässig.

Aus Sicht der Musiker und Künstler sind allerdings sowohl das kostenlose Spotify als auch die Stummschalt-App Mutify höchst unfair. Denn bei den meisten von ihnen kommt von den Spotify-Streams ohnehin wenig Geld an, und das gilt erst recht für die werbefinanzierte Gratis-Variante. Wer auch künftig noch gute Musik hören will, sollte darüber nachdenken, ob Millionen von Songs zur freien Auswahl nicht doch 9,99 Euro im Monat für Spotify Premium oder Apple Music wert sind. Früher war jede LP teurer.

Kein Fall zum Muten und Stummschalten ist ganz bestimmt der Kollege Michael Gronau aus Berlin, der für den Rest der Woche an dieser Stelle die besten Tech-News liefert. Viel Spaß beim Lesen!

Musik ja, Werbung nein: Eine App schaltet Spotify-Reklame stumm.

Musik ja, Werbung nein: Eine App schaltet Spotify-Reklame stumm.



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.