Samsungs Falt-Handy: Diesmal kein Flip-Flop?

Samsungs erstes Falt-Handy Galaxy Fold legte 2019 eine Bruchlandung hin – als wohl größter Technik-Flop des Jahres. Beim jetzt präsentierten Nachfolger Galaxy Z Flip klappt es offenbar besser. Zumindest klingen die ersten Eindrücke der Tech-Presse relativ wohlwollend. Ein Flip-Flop scheint akut nicht zu drohen. "Samsungs neues Klapp-Handy ist das bisher günstigste – und das am wenigsten unsolide", schreibt Gizmodo. Dafür sorgt vor allem die Entscheidung der Koreaner, statt Kunststoff erstmals hauchdünnes Glas als Bildschirm-Oberfläche zu verwenden. "Das Glas wirkt hochwertiger als die Plastik-Displays des Fold oder des Motorola Razr, die sich anfühlen, als würden sie jeden Moment zerbröseln", so Gizmodo.

"Samsung hat seine Lektion auf die harte Tour gelernt", meint The Verge. "Das Z Flip ist ein Schritt, um die Zweifler zu überzeugen". Und TechCrunch schreibt über das neue Handy im Schminkspiegel-Format: "Das ist es schon eher." TechCrunch-Kritiker Brian Heater lobt im Vergleich zum Fold den zumindest etwas günstigeren Preis (in Deutschland 1.480 Euro, ab 21. Februar), die praktischere Form und die offenbar verbesserte Zuverlässigkeit. Trotzdem bleiben Zweifel, so Heater: "Ich bin noch weit davon entfernt, der Mehrheit der Verbraucher tatsächlich den Kauf eines faltbaren Geräts zu empfehlen." Wer am Ende ein Smartphone kaufen soll, das teurer ist als Samsungs neue S20-Topmodelle, das aber wesentlich weniger leistet, bleibt offen. Aber zumindest als Lifestyle-Spielzeug dürfte das Z Flip besser funktionieren als der Fold-Flop.

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Handy-Ladegeräte stärker als der Mond-Computer der NASA

Dass moderne Smartphones mehr Rechenleistung bieten als der Computer, mit dem die NASA 1969 die Mondlandung steuerte, liegt auf der Hand. Neue Zahlen des Apple-Entwicklers Forrest Heller kommen dann aber doch überraschend. Er hat ausgerechnet, dass selbst Handy-Ladegeräte heute leistungsstärker sind als der "Apollo 11 Moon Landing Guidance Computer" (AGC) der Mondmission vor über 50 Jahren. In Hellers Test brillierte vor allem das 60 Euro teure Powerport Atom PD2 des chinesischen Herstellers Anker, das mit 60 Watt zwei Geräte auf einmal laden kann – und das nicht nur Smartphones, sondern bei Bedarf sogar zwei Laptops.

Um das Laden der beiden Geräte steuern und synchronisieren zu können, ist das Anker-Netzteil selbst ein kleiner Computer mit 48 MHz Taktfrequenz, 8 kB Arbeitsspeicher und 128 kB Speicherplatz für Software. Zum Vergleich: Der Mond-Computer musste mit nur 4 kB Arbeitsspeicher und 72 kB Programmspeicher auskommen. Und er war mit 1 MHz deutlich langsamer getaktet. Damit rechnet das chinesische Netzteil laut Forrest Heller 563mal schneller als der Computer bei der Mondlandung. Und es kann bis zu 78 Prozent mehr Befehle speichern. Eine Apollo-11-Rakete zum Mond dirigieren kann das Hochleistungs-Netzteil trotzdem nicht – schließlich ist es ein Ladegerät, und kein Landegerät. Aber den Handys der Astronauten würde nie der Strom ausgehen.

Kleiner Rechen-Riese: Das China-Netzteil Anker Powerport Atom PD2 ist ein leistungsstarker Mini-Computer.

Kleiner Rechen-Riese: Das China-Netzteil Anker Powerport Atom PD2 ist ein leistungsstarker Mini-Computer.

PlayStation-5-Leak: Also doch V-Design?

Die unendliche Geschichte rund ums Design der zu Weihnachten 2020 erwarteten PlayStation 5 geht weiter. Während Konkurrent Microsoft das arg brave PC-Gehäuse der neuen Xbox Series X längst vorgezeigt hat, sorgt die PS5 weiter für Rätsel. Nun ist ein neuer Leak aufgetaucht, der doch auf eine PlayStation 5 im spektakulären V-Design hindeutet – V wie die römische 5. Diese Form könnte mit der Öffnung im Inneren des V auch für eine optimale Kühlung sorgen.

Sony hat demnach auf der japanischen PlayStation-Website offenbar aus Versehen und nur für kurze Zeit ein Menü freigeschaltet, das erstmals ein Icon für die PS5 enthält. Und dieses Icon zeigt exakt die V-Form, in der Sony auch schon die Entwickler-Version der neuen PlayStation gestaltet hat. Die Website CCN schließt allerdings nicht aus, dass es sich beim Screenshot der Seite erneut um das Werk eines cleveren Photoshoppers handelt. Es bleibt also spannend in Sachen PlayStation 5 – genau so, wie sich Sony das wünscht.

V wie 5? Auf der japanischen PlayStation-Website könnte versehentlich das Design der PS5 aufgetaucht sein.

V wie 5? Auf der japanischen PlayStation-Website könnte versehentlich das Design der PS5 aufgetaucht sein.

Orangenhaut: Trump wehrt sich gegen "Fake Foto"

US-Präsident Donald Trump zürnt erneut wegen angeblicher "Fake News". Diesmal geht es um seinen legendär orangefarbenen Selbstbräuner-Teint. Vor einer Woche hatte die Fotostelle des Weißen Hauses ein recht ulkiges Foto des Präsidenten nach der Landung mit dem Hubschrauber auf dem Rasen des Weißen Hauses veröffentlicht. Das Bild zeigt Trump mit gewohnt karottigem Gesicht. Durch das verwehte Resthaar ist genau zu sehen, wie weit Trumps Visagisten offenbar Selbstbräuner auftragen (oder er selbst?).

Das Foto sorgte für jede Menge Spott in den sozialen Medien, und für Vergleiche mit Robin Williams' Fake-Kindermädchen "Mrs. Doubtfire". O-Ton auf Twitter: "Sieht aus wie ich, nach meinem ersten Makeup-Tutorial auf YouTube." Oder: "Die gleiche Farbe wie eine Tupperschüssel, in der Spaghettisoße war." Nun wettert Trump über das Bild seiner eigenen Mitarbeiter: "Schon wieder Fake News. Das wurde natürlich mit Photoshop bearbeitet. Aber der Wind war stark, und die Haare sehen gut aus, oder? Man tut alles, um mich zu erniedrigen." Laut Weißem Haus kam allerdings kein Photoshop zum Einsatz. Lediglich die Farben seien mit Apples Foto-App angepasst worden. Agenturbilder zeigen im Übrigen die gleiche "Orangenhaut". Von wegen Fake Teint…

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Autor:

Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.